Zoff in my Temple of Love

Hach wie schön, hier darf ich öffentlich ausschweifend schreiben und mein Herzchen erleichtern, mir den Kopf sortieren und ins Internet pupsen. Es ist 19.50Uhr grad und vor 2 Uhr  heut Nacht werde ich wahrscheinlich nicht leergelaufen sein. Also, nix 1800 Zeichen + header + Keywordichte hier! Ausschweifen will ich. Nach Herzenslust Schwafeln. Jawohl. Kein Wort zu wenig. Punkt.

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Heute früh wurde ich schmerzlich damit konfrontiert, dass es manchmal unmöglich ist, mit einem anderen Menschen zu kommunizieren, wenn beide in Mißtrauen, Vorurteilen oder aber verletzten Gefühlen oder Eitelkeiten gefangen sind bzw., wie es noch viel häufiger der Fall ist: wenn Grundbedürfnisse wie Achtung, Sicherheit und Vertrauen nicht erfüllt sind. Manchmal ist es auch einfach die Tagesform, die Gespräche frustrierend macht. Heute aber war es ein einziges riesiges Knäuel von so ziemlich Allem, was das menschlich unbewusste und fühlende Sein so an Spektrum zu bieten hat. Inklusive scharfer Geschütze und Blockaden. Alors, bonjour tristesse!

  

 Isch möschte ein Eisbär sein, im kalten Polar…

Wenn Menschen aufeinandertreffen und ihre Bedürfnisse nicht kennen oder artikulieren (können), dann ist oft Zoff vorprogrammiert. Wenn in einem Gespräch -egal worum es dabei geht- nicht zumindest einer von beiden Menschen seine sichere Eisscholle losläßt, um bis in die Mitte zu gehen und damit dem anderen zu signalisieren, dass er auch getrost seine Eisscholle loslassen und sich aus seiner Komfortzone wagen kann, hilft alles nix: es wird ein Kampf.

Ein Kampf um Macht. Ein Kampf um Kontrolle und um aus Vorsicht lieber nicht gezollten Respekt für die Individualität, das Können, Wissen und Bedürfnisse des Anderen. Ein Kampf um’s Gewinnen oder Verlieren und darum,  wessen Weltanschauung, Lebensstil oder gar Werte „richtiger“ sind. Es wird eine Win-Loose Situation aus einem einfachen Gespräch, in dem man vielleicht über etwas sehr Einfaches, Greifbares sprechen wollte. Sowas passiert jeden Tag auf der Welt. In Familien, in der Schule, bei der Arbeit, in der Nachbarschaft einfach überall, wo Menschen sich unterhalten und noch nicht so perfekt geschult sind im Menschsein. Da bin ich keine Ausnahme.

  Was will man? Verbindung oder Kampf? – Beides ist Arbeit

Meiner Erfahrung nach geht man aus solchen Gesprächen, wenn nicht im offenen Streit, so doch mit negativen Gefühlen raus und muss danach erstmal mehr oder weniger bewusst sein angeschlagenes Selbstwertgefühl wieder flicken, sich beruhigen und sich im Besten Fall auch noch drum kümmern in sich zu ergründen, wieviel an Schuldzuweisungen, die man dem Anderen nach dem mißglückten Gespräch innerlich macht, wirklich dran ist bzw. wo man eventuell selbst falsch abgebogen ist, anders hätte reagieren können.

Vielleicht liegen Gesprächskatastrophen darin begründet, dass essentielle Bedürfnisse der Gesprächspartner/eines der Gesprächspartner nicht oder unzureichend erfüllt sind, vielleicht noch schlimmer: dass diese Grundbedürfnisse denjenigen nicht einmal bewusst sind und somit nicht artikuliert werden und damit unter der Oberfläche ein ziemlich zerstörerisches Eigenleben führen.

Wenn in einem Gespräch unterschwellige weil nicht ausgesprochene Vorurteile gegenüber dem Gesprächspartner oder gar Ängste ihr Unwesentreiben, pratscht das zwischen den Zeile raus. Schöne Scheiße sowas. Anders kann man es nicht nennen: de la merde communicative sozusagen. Aber: wir sind ja hier auf der Welt, um was zu lernen, gell. Wären wir vollendet, dann wären wir nicht hier🙂. Wenn man den tiefen Wunsch hat, was dazuzulernen bei einer Gesprächskatastrophe und auch in anderen Situationen, dann lernt man auch das, was es für einen selbst zu lernen gibt. Wenn man aber meint, es sind immer nur die anderen an allen Konflikten Schuld, dann baut man sich und seiner Persönlichkeit im Hier und Jetzt ein steinernes Denkmal, finde ich, und Steine sind ziemlich unbeweglich, kalt, vor allem aber fehlt es ihnen meines Wissens nach an der Fähigkeit, zur Bewusstseinerweiterung und Artikulation von neuen Einsichten. Ich werd mir also kein Denkmal bauen und lieber ne Runde mein heutiges Adventstürchen öffnen, hier vor den Augen der Welt.

   Neugierig auf Details

Ich bin eher die Offene, wenn es drum geht zu benennen, wie ich mich grad mit jemandem fühle. Ob das der Klempner ist, der da unter dem Waschbecken rumkramt oder beim Friseur. Daher haue ich auch schonmal unverblümt raus, dass mir etwas zu schnell geht, ich was nicht verstanden habe oder dass ich hier oder da die Gefahr vermute, dass es am Ende „zu teuer“ werden könnte, wenn es zum Beispiel um techische Dinge geht, von denen ich nicht allzuviel verstehe.

Wenn ich mit meinem Rechner zu einem Techniker muss, dann will ich schon haarklein wissen, was diagnostiziert ist und warum was gemacht werden muss, ebenso mit dem Auto, oder von mir aus auch wenn der Elektriker kommen muss, weil die Sicherung immer rausspringt, wenn ich heiß Dusche. So bin ich gestrickt und deshalb weiß ich auch, dass der Sicherungskasten in MEINER Wohnung einen „Doppelten Boden“ hat.

Also.

Digital Camera

  Ich kann auch Technik

Mein Budget ist begrenzt, Betrüger gibt es zu Hauf, Großkotze, die viel Labern und einen dann mit der Finanzierung an die Wand fahren, weil man sich blind neben sie gesetzt hat ebenfalls. Also frage ich eben, vor allem aber, weil ich neugierig bin. Es erweitert meinen Horizont und die meisten Menschen sind auch erfreut, wenn man sich für das interessiert, was sie machen. Als Sahnehäubchen obendrauf entstehen außerdem so auch noch  zwischenmenschliche Verbindungen in Situationen, die -würde man nur doof „Danke, hier ist ihr Lohn.“ sagen- eben nicht entstehen würden.

Ich finde es sogar geradezu sexy, wenn mir jemand erzählt, wie er da was macht, von dem ich nix verstehe, ich lasse mich supergerne beeindrucken von Schreinern, die Stuhlbeine neu fixieren, von meiner Friseurin, wenn die mir zeigt, wie sie das mit dem Schere-so-Rumwirbeln macht und von pensionierten Ingenieuren, die in ihrer Freizeit im „Repair Café“ nen Staubsauger für eine Hausfrau zerlegen, um den Kabeleinzug zu reparieren. Die lassen mich ja auch mitgucken und rätseln.

So ein Mädchen bin ich. Eins, bei dem früher zu Hause immer Messgeräte, Elektrobauteile und Platinen rumlagen, weil mein Vater Elektroniker ist. Ich bin eine, die mit 12 das Haustelefon auseinandergebaut hat, um hernach riesen Ärger zu bekommen, weil ich die Kupferspule abgewickelt hatte und das Teil nachdem Wiederzusammenbauen nicht mehr funktionierte. Sowas hab ich als Kind oft gemacht, wahrscheinlich kommt daher meine heutige Angst, was kaputt zu machen, wenn ich versuche, technische Dinge selbst zu reparieren. Also frickel ich an meinem Menschsein rum, an meiner Pesönlichkeit, an meinem Karma, am Universum und den universellen Wahrheiten des Lebens, die doch immer nur ein kleiner Schnipsel der großen Wahrheit sind. Und ich jubel jedem zu, der mir was repariert, was ich nicht reparieren kann.

Anyway, es gibt jedenfalls Menschen, Dienstleister, Handwerker und andere, die sich scheuen, Verbindungen einzugehen und sich in die Karten schauen zu lassen von „Einer, wie mir“, sowohl als Mensch, als auch ihre Arbeit betreffend. Das muss man respektieren, aber man muss es erstmal rausbekommen. Solche Menschen als Dienstleister reagieren zum Teil heftig auf Nachfragen, was oder warum sie etwas tun. Ich persönlich suche mir dann für’s nächste Mal jemand Offeneren.

 

  Image als Knock Out für menschliche Verbindungen

Es gibt ja so allerhand Arten von Menschen auf unserem schönen&beschissenen Planeten, über 7 Milliarden inzwischen, hab ich mir sagen lassen. Manche akzeptieren sich und andere, so wie sie sind grad, aufm Weg eben, trotz aller Reibereien.

Manche von ihnen meinen aber, dass sie nur anerkannt und geliebt werden, wenn sie perfekt und fehlerlos sind. Im Umkehrschluss sind für sie alle anderen Milliarden Menschen mit ihren Fehlerhaftigkeiten und oft offensichtlichen Schwächen natürlich „bäbäh!“, was die perfekten Zeitgenossen oft zu unangenehmen Typen im Umgang macht. Klar, auch die haben ein Herz, aber naja, da braucht man schon echt ne Abrissbirne an Genialität, um das freizulegen, damit es atmen kann. Ansonsten trampeln Sie beim geringsten Zweifel alle andren Helden dieser Welt nieder. Und ich meine doch, dass jeder Mensch ein Held ist und nicht nur solche, die es sich per Scheck belegen haben lassen oder es sich auf die Stirn schreiben.

Inzwischen bin ich etwas toleranter und ich schaue natürlich hinter die Betonfassade der „Perfekten“, ich verliebe mich sogar oft wie ferngesteuert in sie, so als wollte das Universum dafür sorgen, dass auch Stufe-9 Egos nicht mit der heavy Illusion der Perfektion rumlaufen müssen, sondern befreit werden, damit sie die Liebe bekommen, die durch die fette Schutzmauer ihrer Personality sonst überhaupt nicht durchkommen würde und damit sie -wie wir alle- immer schön weiter an an ihrem Menschsein arbeiten. Die gut versteckten gelben Flecken an den Achseln ihrer hellblauen Hemden könnte ich schon mit ein Bißchen Bleiche bearbeiten🙂 , wenn sie mich ranlassen.

Also, ich hab den Blick, ich bekomm das mit, ich bin nämlich spezialisiert auf Stufe-9, war ich doch selber früher auch mal: das sind meistens Überhebliche Menschen, hochintelligente Arrogante, manche Päpste und Bankdirektoren, aber auch ganz üble Krankenschwestern oder Mütter hab ich da schon erlebt, Politiker, klar sicher auch, Investoren in Elfenbeitürmen und alle, denen oft in der Gesellschaft außer von der Yellowpress vielleicht sonste keener ausser mir mehr gegen das Ego-Schienbein zu treten wagt im persönlichen Umgang. Es ist ein echter Scheißjob, man macht sich auch oft erstmal echt unbeliebt, aber was soll’s, man macht halt das, was so ansteht…und am Ende wird ja alles wieder gut, wenn die Schale erstmal geknackt ist.

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Warum auch immer ein Mensch so ist, also ein „Perfektoletto“ Stufe-9, weiß ich nicht genau, vielleicht weil ihm sowas mal eingetrichtert wurde. Die Geschichtsbücher sind voll von ihren Greueltaten, wenn nicht rechtzeitig eine Stufe-9-Bändigerin zur Stelle war.

Und ich gebe zu, ein Bißchen von dem „Fehler machen ist gaaaanz bäbäh!“ hatte ich in meiner Stufe-9 Zeit früher auch verinnerlicht, bevor mich das Leben für einige Jahre zum „geilsten Fehler des Universums“ krönte – durch meine Pleite vor einigen Jahren bin ich sozusagen vom „ich muss perfekt sein“ kuriert worden und zelebriere seitdem jede noch so krasse Situation, jeden Fehltritt. Die ganz Schlimmen auch mal mit Champagner, das muss schon sein. „Abkacken in Style“. Ich hab’s erfunden.

  

Hilferufe, Schlachtrufe, Rückrufe

Hilft einem zum Beispiel so ein echtes Prachtexemplar von einem „Perfektoletto“ aus der Patsche (so als Burgfrollein kommt sowas schonmal vor) dann landet man bereits bei der ersten Nachfrage hinsichtlich dessen, was der Andre da nun genau machen will, um einem zu helfen, auf dem Schaffott seines „Über-Ichs“.

„Majestätsbeleidigung!“ oder „Wer wagt es MICH „Superperfektoletto“ anzuzweifeln mit skeptischen Fragen nachdem WOHIN und nachdem WIE? Folgen sollst du mir, dumme Schönheit, sieh her, ich bin der Herrscher des Universums und huldigst du nicht meiner Perfektion, so lasse ich dir dein aufsässiges Lockenhaupt abschlagen von meinen Schergen“ tönt es da aus dem Perfektoletto-Ich-mache-keine-Fehler-ÜberIch.

Zur gleichen Zeit tönt es aus den Tiefen des Perfektoletto-„Es“ noch viel lauter: „So eine gemeine Kuh! Sie vertraut mir nicht. Aber ich will doch nur helfen wieso läßt sie mich nicht einfach machen? Ich bin doch ein Sexgott! Kann sie das denn nicht SEHEN, die Tussi, dass ich der Retter der Enterbten und Witwentröster, ein HELD bin, auf den man sich 100% verlassen kann?“

Und in all dem Geschreie aus den Tiefen des Perfektolettos höre ich auch noch meine eigenen Innereien wie irre schreien, mein „Es“ ist völlig hysterisch am Kreischen: „Lauf, Lauf, jetzt SOFORT! Der bringt dich um! Vergewaltigung!“. Mein kritischer Verstand stellt kleinlaut die nächste berechtigte Frage „Hab ich denn dann am Ende die Rechte an der Domain, oder bist du dann der Herrscher über Gedeih und Verderb“ und mein „Überich“ tillt völlig aus, seine Stimme versagt fast, während es schreit „Hier stimmt was nicht. Hier STIMMT was nicht! Pass auf, das DARF der gar nicht machen mit dir! Die Schrauben saßen vorher fest!!!! Hilfe!! Polizei!!!!“

Ich höre Stimmen. Komm ik getz im Fernsehn? Puhhh!

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Das Dilemma mit einem Perfektoletto ist klar: ich will gefühlt entweder flüchten oder sofort anfangen zu heulen, was in keinster Weise geht, in Anwesenheit eines zugemauerten Perfektoletto-Königs mit Handwerkermütze und eingebauter Bohrmaschine und Axt, bei dem man nie weiß, ob er dann nicht total ausflippt, wenn die unperfekte Tussi da auch noch losheult vor lauter Sirenengeheule aus ihrem Inneren und Kampfgeschrei aus seinem.   Das ist die Situation, ob mit einem Perfektoletto-Lehrer, Perfektoletto-Chef, Perfektoletto-Lover oder mit einem Perfektoletto-Klempner. Es kostet mich dann immer einige Mühe, meine Stufe-9-Waffe zu laden, weil meine Füße ja schon in Laufrichtung stehen. Ja und dann gibt’s halt den gekonnten Hatschata-Tritt, Ego-Schienbein halt: Bäm!

Das Ende des Ego-Trips des Perfektoletto. Vielleicht aber auch erst der Anfang, ich denke mal, dass so jemand dann den restlichen Tag seine Perfektoletto-mentalen Muskeln stählt, in dem er Cash zählt und sich dabei das Mantra „Ich bin Perfektoletto, ich bin unfehlbar, alle anderen haben immer unrecht, wer mir Fragen stellt und mir nicht bedingungslos folgt, ist mein Feind“ neu draufschafft. Oder aber er amputiert sich das Erlebnis inklusive der Stufe-9-Bändigerin sofort aus dem Gehirn als echter Perfektoletto natürlich mit nem rostigen Messer und ohne Betäubung, denn sowas ist ja nur was für Tussis und die restlichen 7.174.895.382 (Tendenz sekündlich steigend laut Worldclock) Menschenwürmer, diese Fehlerhaften Luschen!

Manche Perfektolettos kommen wieder in mein Revier, wenn sie ihre Wunde verarztet haben, weil sie ahnen, dass ich nicht bloß zum Spass oder aus böser Absicht Hatschata-Tritte gebe, sondern mein Auftrag ist, die Stelle zu finden, an der dann nachher die Abrissbirne treffen soll (Sollbruchstelle nenn man das glaub ich), um das Herz zu befreien. Die meisten Perfektolettos wollen übrigens unbewusst unbedingt geholfen kriegen beim Abriss der Mauer, das geht von Innen oft schlecht, weil die Herzkraft unterentwickelt ist, auch wenn die Pusemucken sich auf dem Konto, die Muckis sich an den Oberarmen und die Diplome an der Wand stapeln. Die benehmen sich dann auffällig überheblich, ja richtig bösartig, daran erkennt man, ob ein Perfektoletto im Reifungsprozess kurz vor dem Aufknacken steht sozusagen, oder ob er noch Freundlichkeiten verteilt, dann muss man noch was warten. Es gibt außer mir noch einige andere Stufe- 9-Bändiger(innen) auf der Welt, glaub ich, die übernehmen die Fälle, die sich nicht mehr in mein Revier trauen und erledigen das mit der Abrissbirne und Befreiung mindestens ebenso gut wie ich, wenn die Zeit reif ist, tippe ich mal so. Da steck ich dann aber nicht drin. Als bei mir war’s damals ein verkleideter Immobilienmakler, der den Eingriff vorgenommen hat, wir tarnen uns ja.

  Vertrauen: eine Frage des Einfühlungsvermögens?

Naja, zurück zur Technikbaustelle: alleine die Tatsache, dass sich jemand, ein Helfer oder erfahrener Handwerker-Perfektoletto in seiner Ehre gekränkt fühlt, weil ich genauer nachfrage, macht mich übrigens erst extra-mißtrauisch. Ich denk dann immer, der hat was zu verbergen, nix drauf oder ist unsicher oder so. Denn in meinem eigenen Bereich habe ich selbst kein Problem damit zu erläutern, warum in eine Pressemitteilung eine bestimmte Information rein oder eine raus muss, das erklär‘ ich gerne. Linksrum, rechtsrum, von oben nach unten und von hinten nach vorne. Oder warum die eine Info ins Intro kommt und nicht in den 3, Absatz oder ans Ende. Ich finde es sogar toll, wenn mich ein Kunde danach fragt, warum ich was mache, da kann ich dann so richtig schön glänzen mit meiner Kompetenz bzw. oft auch Sachen nochmal ganz genau unter die Lupe nehmen, evtl. sogar verbessern. Gleichzeitig wird auch noch das in mich gesetzte Vor-Vertrauen gestärkt, gerade WEIL ich so offen bin. Würde ich da dem Kunden gegenüber überheblich, weil er gefragt hat, was wir von A-Z machen werden, wäre ich selbst am meisten geschockt und würde mich sofort zu einem Coaching anmelden, oder wahlweise zu ner Runde Persönlichkeitsentwicklung für Perfektolettas.

Also , aus meiner Denkweise heraus werde ich durchaus schonmal komisch, wenn ein Helfer/Handwerker/KingLouis meine zunächst rein neugierigen Rückfragen beleidigt abblockt und vielleicht sogar absichtlich so wenig wie möglich erklärt oder sogar sagt, dass könnte man jetzt gerade MIR nicht so eben mal erklären. Von solchen Aussagen bekomme ich Pocken! So unter dem Motto: Nä, wenn sie mir nicht blind vertrauen auf unserem ersten Flug durch den Sicherungskasten/die Festplatte ihres Notebooks/den Domainvertrag, dann haben sie keine Achtung geschweige denn Informationen verdient: sie sind als „Kundin“ gefeuert.

Ja, is klar.

Aus meiner Sicht ist sowas eine Fahrt gegen die Wand meines Vertrauens, welches ich ja gerne in Teilen schenke, auch blind, das es aber eben nur in der erweiterten Vollversion gibt, wenn meine Fragen nicht per se als Angriffe auf die Kompetenz/Vertrauenswürdigkeit/Heldenhaftigkeit des „Dienstleisters“ gedeutet werden. Ich will, das man auf mich eingeht, ich will, dass man fragt, WAS ich will und WIE ich das Endergebnis gerne will. Ansonsten braucht man mir gar nicht erst zu helfen, wenn Hilfe geben zum Machtspiel wird, steige ich an der ersten Ampelkreuzung aus der (Geschäfts)beziehung wieder aus.

Was weiß ich denn, ob der Typ nicht 7 Drähte mehr austauscht? Hä? Woher soll ich das wissen, dass der das nicht macht?! Ach, ich soll vorher in Vergleichsportalen nachlesen, in denen dann gekaufte Bewertungen stehen? Nee, Gespräch tot, Vertrauen ganz im Arsch. Wie war das noch: Wrong way.

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Wenn jemand Probleme mit meinen Rückfragen – und im Falle von Dienstleistungen auch meinen Wünschen und Vorstellungen das Endergebnis betreffend hat,  wenn er die Kommunikation gar abblockt, zweifle ich nicht an der Kompetenz in der Sache, jedoch an der Vertrauenswürdigkeit der jeweiligen Person an sich und an ihrer Abgeklärtheit mir gegenüber. Denn, wer bei SOWAS so schräg abgeht, von dem will ich mir nicht helfen lassen, sei es beim Sicherungskasten oder von mir aus auch bei einem Umzug. Privat könnt ich neben so jemandem nicht ruhig schlafen und neben sojemandem will ich nichtmal im Ferrari nach Sylt fahren, nee. Da seh ich mich schreiend „ich will aussteigen!!!! halt an!!!“ schreien und der drückt nochmal extra auf die Tube, weil es ja so ein geiles Gefühl ist, die Macht zu haben, totale Kontrolle über die ganze Situation. Wissen ist Macht.

Ich kann mich leider nicht immer auf die Bedürfnisse anderer einstellen, in solchen Fällen wo es um MEIN Projekt, MEINE Frisur, MEINE Wand, MEIN Auto etc. geht, will ich ohne kommunikative Abstrafung einen Dialog über die Sache führen können, ohne über ein Minenfeld der Eitelkeiten zu laufen. Klappt das im Umgang nicht, ist es einfach die Falsche Person, um mir zu helfen – was aber natürlich nichts darüber aussagt, wie gut so jemand seine Sache an sich macht. Für mich passt es SO jedoch nicht. Ich will mich beraten, nen Café kochen und ich will auch gefragt werden, was ich „sonst noch wissen möchte“. Basta. Und wenn einer Sorge hat, nicht alle meine Fragen beantworten zu können, ja dann weiß er ja wohl immer noch meilenweit mehr als ich von der Techniksauce zum Beispiel, oder kann das rausfinden für mich, was er selbst nicht weiß. Ich mutmaße, dass jemand bei sowas nur deshalb beleidigt reagiert, weil er ein „Perfektoletto“ ist, der Angst hat, seine unfehlbare Maske könnte durchschaut werden. Mann, wer ist denn schon perfekt, hä? Also.

  High Fidelity – Hype vs. Groupietum

Es gibt kaum eine enthusiastischere, dankbarere Annehmerin von kompetenter Hilfe, in allen Bereichen des Lebens, als mich. I am born to praise! Bei mir werden Elektriker zu Superhelden, Hausverwaltungsklempnerinnen, die abends noch meine Heizung repariert haben, zu „Ladies“ und Friseusen zu Style-Gurus. Wenn ich ein selbstgebackenes Brot geschenkt bekomme, flippe ich 6 Monate später noch bei jedem Prosecco-Kränzchen aus und huldige von Herzen den Backkünsten der betreffenden Freundin und verbreite das Rezept, bis es in meinem Netzwerk VIRAL ist.

Ich bin -in aller bodenlosen Bescheidenheit- sozusagen eine Bilderbuch High Fidelity (Promo-)Schnecke, die hypen kann, dass sogar die Pinguine in der Antarktis UND die auf den Galapagos Inseln erfahren, was für ein wundertoller Song/Kuchen/Laden/Mensch/Handwerker/Profi mir da begegnet ist. Ich bin dafür geboren, High End Feedback in allen mir bewussten Nuancen zu geben, wenn man sich mir ganz zeigt – mit allem, was dazugehört, normale Konversationen führt, in denen es auch um Connection geht, nicht nur darum wer der Schlauste, Tollste, Beste ist. Wenn Leute im Umgang mit mir versuchen, ein Machtgefälle zu meinen Ungunsten zu kreiiren (ihre Beweggründe in allen Ehren), um sich selbst aufzuwerten, gibt’s kein positives Feedback, da erblindet nämlich mein Hyper-Reflektor-Spiegel instantly – automatisch. Wusch.

(Ich arbeite an der Verbesserung dieser Einstellung meiner Persönlichkeit schon länger, aber mein hochtalentierter Programmierer ist grad in Kur, daher gibt es die Betaversion erst dieser Tage, hoffe ich jedenfalls.)

Da gibt es also auch schonmal Beschwerden, wenn der Lobes-Spiegel erblindet, gerade von selbstbestickerten Perfektolettos, die dann rummeckern, gar mit üblen Anfeindungen daherkommen, weil ich ihnen nur noch Schmier spiegele.

Aber so ist das Sonia-System in diesem Leben, ich bin ja nunmal nicht erleuchtet, sondern aufm Weg. Es gibt Menschen, die meine Art sehr zu schätzen wissen, weil sie sich entwickeln wollen, nicht bloß in falschen, eitlen Selbstbildern verharren wollen. Die kommen dann auch nicht bloß für den Applaus, sondern wissen, dass ich ein großes Herz habe, auch wenn ich mal kurz sage, was ich daneben finden, die wissen, dass ich ihnen nix tue, auch wenn sie mal Fehler machen oder mir auf die Füße getreten sind, weil ich selbst perfectly unperfekt bin. Ich komm genaus so schnell von jeder Palme wieder runter, wie ich rauf klettere.  Und ja, ein guter Spiegel spiegelt eben ALLES, auch Imperfection. Sonst wär es ja kein Spiegel, sondern ein olles Groupie – am Besten noch ein Gekauftes mit Barbiehaaren oder so. Tss..

  Sonia Deluxe Version 2013:  „ICH“ bin nicht besser, nur anders

Ich bin also eine menschliche High Fidelity Promo-Schnecke und KEIN Groupie, dass schon loskreischt, wenn es sich ne Karte für ’nen Gig gekauft hat bzw. vor Begeisterung in Ohnmacht fällt, wenn es ein schwitzenasses Handtuch ins Gesicht geklatscht bekommt von ihrem „Idol“. Nee, so bin ich nich. Ich bin auch nicht zu doof, als dass man mir erklären könnte, was Rigipsdübel anders macht als Normale oder wie man eine Dichtung auswechselt. Ich will nur erstmal die Moves sehen von den Leuten und den Sound hören und die Show sehen und ich verurteile auch nicht, sondern ich sehe mir vor allem anderen an, mit was für einer Haltung jemand sein Ding abliefert.  Mein Lob gibt’s vor allem für die inneren Werte, für den Rest lauten Applaus, wenn mir gefällt, was ich erlebe. Ob der Friseur oder mein Lover, ob meine Mudda oder der Chefredakteur der Zeitung, für die ich schreibe: so ist das nunmal. Kein Vorschuss, dafür jede Menge Wohlwollen, immer, und nachher der Hype bis zu den Pinguinen, wie gesagt.

Ich schreibe nicht über Sachen, an die ich nicht glaube. Ich setze keine Links (nicht mal einen EINZIGEN), hinter denen ich nicht stehen kann und ich lasse mich nicht manipulieren, außer von meinem eigenen Ego vielleicht, noch. Ich sage meine Meinung und stelle mich dann auch wenn’s nötig ist wie Ghandi in den Steinhagel und ich werde definitv keinem Eitelkeitshündchen Zucker geben, das ist nämlich ungesund. Ich bin auch schonmal das Schwert im Tempel der Welt, wenn das Leben mich dafür braucht, die Dinge in ihre Einzelteile zu zerlegen, ja, dann mache ich das eben so gut ich kann, Stufe-9-Egos kicken kann halt nicht jeder. Mit Liebe mach ich das meistens, die ist nicht immer nur rosaeiteitei, näh, echt nicht, das kann auch mal scheppern. Sie ist wohl die einzige Kraft, die einen über das kleine Selbst, was man meint zu sein, hinausträgt zu neuen Ufern. Jo, wie mich grad wieder.

  Zwei Welten? Sieht doch hübsch aus! Da kommen bestimmt süße Babies raus.

Anyway, sich in andere hineinzuversetzen kann auf jedenfall helfen, sich nicht so aufzuregen darüber, wenn einem mißtraut wird oder wenn jemand anderes sehr schräg reagiert, oder gar nicht reagiert.  Viele Menschen haben Vorerfahrungen gemacht, die nicht gerade schön waren, die meisten Menschen würde ich fast sagen. Davon auszugehen, dass der andere Mensch evtl in beiden Schuhen einen kleinen Stein hat, der bei jedem Schritt drückt, hilft mir oft (nicht immer…), etwas toleranter damit zu sein, wie andere auf mich reagieren. Von Perfektolettos VOR dem Eingriff mit der Abrissbirne kann ich soviel Mitgefühl mit mir wohl kaum erwarten.  Vielleicht hat mancher beleidigte Helfer ja einen machtextremistischen Vater oder zu Hause ne nörgelnde Ehefrau, die ihm nichts zutraut, so dass er extrem allergisch auf gesunde Skepsis bzw. neugierige Nachfragen reagiert, weil es ihm wehtut -denn er weiß zwar, dass er toll ist, aber diese doofen Steinchen in den Heldenschuhen, die drücken eben, egal wie viele Perfektoletto-Sticker er sich übereinander an die Stirn geklebt hat: wenn einer nachhakt gilt das gleich als ne Kriegserklärung für manche Menschen.

In diesem Sinne: von Herzen Peace, liebe Perfektolettos. Nochmal: Alles wird gut.

Seit ich mir übrigens aus zwei kleinen Weltkugeln Ohringe gebaut habe, klappt es immer schneller mit der Einsicht und dem Einfühlen in Anderen. Seltsam bin ich, ich liebe Metaphern und seit sie an meinen Ohren hängen, flutscht das, wofür ich vorher 6 Monate gebraucht hab binnen 2 Tagen max. Oder es ist Liebe. Ja, das könnte auch sein. Um sich auch in die Welt anderer Menschen einzufühlen jedenfalls sind meine Globen einfach perfekt und ich habe vor, sie bei jeder Diskussion sogleich als Bild zu benutzen, wozu sind Metaphern sonst da, gell.

Ich habe Hoffnung, dass mein noch nicht so ganz transzendiertes Ego, das hier einfach mal laut ins Internet pupsen musste, weil ich heut früh einfach eine böse Bemerkung zu viel geschluckt hatte. Ich hoffe, dass es irgendwann so gut zugeritten ist, dass ich als neue Maria Mutter Gottes und gebenedeihte unter den Frauen auf Erden wandeln werde (nur mit Sex halt;-) ). Vielleicht auch erst im nächsten Leben.. Wahlweise biete ich mich demütig als Thron Gottes an und stimme heute noch das Hohelied der Liebe an, ich bin zwar kein Christ, aber die Metaphern dieser Religion sind schon echt vom Feinsten🙂.

–>SO schlage ich mir also meine Nächte um die beglobusten Ohren: mit heute erfolgreicher Emotions-Hygiene in literarischer Form. Ich bin wieder ganz friedlich jetzt, kein Groll mehr. Herrlisch!  Vergebung.

Nachdem ich gestern den ganzen Tag Preise kalkuliert hatte, hat das hier schön meine hochbegabten Synapsen schnackeln lassen, ein Genuss! Und Training für mein Buch. Auch wenn ich damit hier heut keinen Cent verdient habe, ist mein Tempel jetzt wieder sauber🙂.

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Was ich sonst heute noch so gelernt habe

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