Make Love….. Notes of Berlin: Notizen einer Stadt

Die Webseite „Notes of Berlin“ ist eine Hommage an den Berliner Zettelwald. Ganz wie Berlin selbst – ist diese Seite immer eine Reise wert. Da ist jemand hingegangen und hat die Notizen und Zettel, die er so in Hauseingängen, an Straßenecken und Haltestellen entdeckte, fotografiert und ins Netz gestellt. Notes of Berlin ist eine der simpelsten und coolsten Web-Aktionen der letzten Jahre, wie ich finde.

Inzwischen gibt’s bereits das erste Notes of Berlin-Taschenbuch („Wellensittich entflogen – Farbe egal: Kuriose Zettelwirtschaft“ 2012 erschienen beim Ullstein Verlag). Es werden außerdem online immer mehr Notes, da die zahlreichen Follower des Projektes ebenfalls  mitfotografieren und Notes einschicken, die die Welt gelesen haben sollte. Fast 50.000 Fans hat das Projekt bei Facebook. Wahrscheinlich ist der Erfolg auch damit zu erklären, dass sich die teils lustigen, teils absurden, manchmal auch anrührenden Notizen in den sozialen Medien so genial einfach teilen lassen.

Auf meinen Streifzügen durch die „Notes of Berlin“ lache ich mich regelmäßig schlapp. Von Bürgersteig-Warnungen à la „Vorsicht, alter Mann spuckt vom Balkon“ über politische Statements, Liebes- und Wiedersehenswünsche am U-Bahneingang, typischen Berliner Hausflur-Konversationen via Zettelwirtschaft und Nacktputzangeboten ist einfach nix zu absurd, als dass Berlin es sich nicht irgendwo hin bapschen lassen würde von seinen menschlichen Bewohnern.

Da auch in anderen Städten fleißig via öffentlichen Zettelaushängen kommuniziert wird, geht bald Notes of Germany an den Start soweit ich das gesehen habe. Schon jetzt können Fotos eingeschickt werden auf www.notesofberlin.de.

Ja, der Mensch will aus dem Grunde seines Herzens die wichtigen Dinge des Lebens mit anderen Teilen, so ist unsere Natur, auch wenn die Welt oft danach aussieht, als hätten manche diese wundervolle Gabe noch nicht in sich entdeckt. Aber das kommt, ich sag’s Euch, früher oder später läßt man freiwillig die Strippen los, die man zuvor noch an jedes Geschenk gebunden hatte. Denn es hat viel mit Loslassen zu tun, das mit dem Teilen. Loslassen von Applaus, Loslassen des Wunsches nach Gegengeschenken, Loslassen von Erwartungen, Loslassen von Angst vor Mangel.  Sharing is caring, oder wie war das noch gleich🙂.

Notes of Berlin jedenfalls erinnert mich irgendwie an die Liebe in Notizzettelform, an menschliches Kommunikationsbedürfnis, an Kontaktaufnahmen des Zoon Politikon, der wir alle sind, an den Menschen, das soziale Wesen.

Meine Notiz des Tages:Digital Camera…mal sehen ob die Botschaft auf fruchtbaren Boden fällt.

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