4 Pfoten für ein Halleluja: Mäuse fangen mit Haribo

So, nun ist es offiziell: ich bin nicht gaga! Es gibt sie tatsächlich, die weiße Maus, die ich gestern in meinem Haus sah…

Als ich gestern Nachmittag gerade mit einem Techniker meines Internetproviders telefonierte, sah ich auf einmal eine kleine weiße Maus, die vorwitzig an der Mehrfachsteckdose und den Kabeln herumschnupperte. Ich traute meinen Augen kaum und so sagte ich auch nix zu dem Mann am Telefon. Ich beobachtete parallel die Maus, wie sie in der Zimmerecke am Fester veschwand und dann unter den Vorhang huschte.

Ich beendete schnell das Telefonat und machte mich auf die Suche nach der Maus. Unter den Vorhängen, unterm Sofa in allen Ecken und Winkeln, doch keine Maus war mehr zu sehen. Ich musste lachen, weil ich an den Spruch dachte, dass Betrunkene weiße Mäuse sehen, wenn der Pegel hoch genug ist. Nun, ich war völlig nüchtern gestern um 14Uhr und hoch konzentriert noch dazu, als ich die Maus an den Kabeln schnuppern sah, das konnt’s also nicht sein.

Etwas verwirrt war ich dennoch -weil: wie bitte kommt eine weiße Maus in meine Wohnung ??? So beschloss ich trotz brütender Hitze zum Baumarkt zu gehen, um mir eine Lebendfalle zu besorgen. Immerhin wollte ich sichergehen, dass ich nicht doch hallusziniere.

Lebendfallen für Mäuse gibt’s für knapp 4 Euro in jedem Baumarkt

Mäuse zerquetschen in so einer Brutalo-Falle ist nicht meine Karmawelle. Lebendfallen gibt’s für knapp 4 Euro in jedem Baumarkt oder auch im Web zu bestellen. Da wird die Maus nur gefangen und nicht verletzt…außer dem „ich sitz in der Falle“-Stress eben.

Ich bin gestern nachmittags also zum Baumarkt. Auf dem Weg fiel mir ein, dass ich ja meine Haustür jetzt im Sommer öfter offen stehen habe zum Hofgarten raus. Wir hatten draußen  in einer Gartenkiste auch schonmal Haselmäuschen, also nicht so ganz unwahrscheinlich, dass eine entlaufene weiße Maus sich selbst bei mir eingeladen hatte. Ich war erst am Sonntagabend nach 5 Tagen Kurzurlaub wieder nach Hause gekommen und erinnerte mich, dass ich da schon einen Mäuseköttel entdeckt, ihn aber für Dreck gehalten hatte, weil: ich hab ja keene Mäuse.

Kombiniere also schlau: ein Mäuseköttel auf den Fliesen + Sichtung einer unbekannten weißen Maus = ich bin nicht verrückt, Lebendfalle kaufen gehen.

Mäuse fängt man nicht mit Speck sondern mit HARIBO + Nutella!

Vor zig Jahren habe ich mal in einem alten Bauernhaus gewohnt, das mit Lehm gebaut war. In den Lehm-Strohwänden befanden sich innen Hohlräume und damals hatte ich wochenlanges Geraschel unter dem Schlafzimmerboden vernommen und schließlich in einer Nacht mit einer Lebendfalle 3 Mäuse gefangen und dann am Feld ausgesetzt.

Den Ultimativen Köder-Tipp bekam ich damals von meiner Nachbarin, der das Haus gehörte und die Erfahrung mit ganzen Mäusefamilien hatte: HARIBO Konfekt plus Nutella.

Leute, forget about Speck, forget about Käse! Das einzig Wahre, bei dem keine -selbst die fallenerfahrendste- Maus widerstehen zu können scheint, ist diese Kombination. Ich hatte erst Käse als Köder probiert seinerzeit, keine Maus ging in die Falle. Ich hab’s mit Wurst probiert: keine Chance.

Der HARIBO-Schoko-Doppelwopper mit einer Messerspitze Nutella ist der ultimative Mäuseköder!

Auf dem Rückweg vom Baumarkt habe ich für 85 Cent eine Tüte HARIBO-Konfekt gekauft und mir bei meiner Nachbarin ein Bißchen Nutella geschnorrt und damit die Falle präpariert. Die Teile, die es bringen, sind übrigens auch im Colorado Mix drin.

Maus gefangen: Beweis für mentale Gesundheit🙂

Mir war schon klar, dass die Maus sich wahrscheinlich eher des nachts wieder  raustrauen würde. Wenn sie die letzten Tage allein in meiner Wohnung gewesen sein sollte, musste sie ziemlich hungrig sein, dachte ich, denn es lagen selbst in meiner Küche keinerlei Lebensmittel offen rum.

Gesagt getan, Falle aufgestellt in einem Eckchen und schlafen gegangen.

Heute morgen dann wachte ich schon um halb 7 auf und hörte leise Klappergeräusche. Als ich nachsah saß da eine Minimaus ganz in weiß und mit roten Knopfaugen und großen Ohren in der HARIBO-Falle! Juchuh! Sag ich doch, ich bin nicht gaga!!! Jedenfalls nicht SO gaga:-). Ich war dann doch irgendwie sehr erleichtert. Hätte ich gestern eine braune oder graue Maus gesehen gehabt, hätt ich gleich gedacht, ok, Tür stand auf, Garten, Natur, Maus kommt rein etc. Weil sie aber weiß war, hatte ich mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 0,2% doch in Erwägung gezogen, dass ich sie mir nur eingebildet habe:-).

….schon seltsam… da beschwert man sich noch, dass man in der Stadt wohnt und zu wenig von der wilden Natur mitbekommt und schwupps, kommt die Natur ins Haus!

The Mouse:

Wohin mit einer Maus, wenn sie einmal in der Fall sitzt?

Es war ja noch sehr früh und so schaute ich mir das Mäuschen erstmal genauer an. Die war echt süß! Und total aufgeregt. Sie schien auch genug vom HARIBO zu haben, das Nutella war komplett abgeschleckt und das HARIBO-Teil war angeknabbert – Sinn der Lebendfalle ist ja, dass wenn Maus am Köder ruckelt, diese zuschnappt;-).

Ich fand ihren Bauch irgendwie verdächtig dick an den Seiten , vielleicht war sie schwanger. Ich dachte nur, was für ein Glück, dass ich sie gleich gefangen habe und nicht erst nach der Geburt von 8 Minimini-Mäuschen! Die kötteln nämlich tierisch viel diese Mäuse. Allein in der halben Stunde, die sie in der Falle und später in einem Pappkarton war, waren das mindestens 20 Köttel! iiiihhh!

So hab ich ihr zur Beruhigung immer wieder ein kleines Stückchen Käse reingereicht, was sie dann -ihre missliche Lagen völlig vergessend- erstmal wegfutterte. Wasser hab ich ihr dann auch in die Pappkiste gestellt, wo sie sich nur so draufstürzte, war ja kein Wasser da, während ich weg war die Tage über.

Da es sich anscheinend um eine Haustier-Maus handelte, war ich unsicher, ob das Feld oder der Wald der richtige Ort sein würden, um sie freizulassen. So schmiss ich kurz den Rechner an, um mir die Nummer vom Tierheim rauszusuchen. Das hatte heute leider zu und ich wollte nicht die Notrufnummer wählen um 7 Uhr morgens wegen einer weißen Maus, die grad lecker Käse futterte. Dann fand ich aber doch eine Haus- und Wildtierhilfe Stelle, wo jemand ans Telefon ging. Die Dame meinte, wenn Sie sie nicht behalten wollen, lassen sie sie irgendwo im Grünen raus, die kommen da gut klar.

Ich hab sie dann auf dem Weg raus noch den Nachbarskindern gezeigt, die sich grad für die Schule fertig machten. Die wollten sie am liebsten gleich behalten:-), was die Mutter aber nicht wirklich toll fand.

Und so machte ich mich mit dem Karton und der Maus, die ich Maus nannte, auf den Weg ins Grüne. 7 Minuten lang muss die arme Maus gedacht haben, sie wäre auf dem Rummelplatz, dann hatten wir eine Stelle erreicht, wo keine Wohnhäuser mehr waren. Da ließ ich sie frei. Schnurstrackst und doch vorsichtig krabbelte sie so über den Blätteruntergrund davon. Tja, und ich ging zurück nach Hause zu meinen restlichen HARIBO-Konfekt und hoffe nun, dass die Maus ein richtig geiles, freies, an Fruchtbarkeit und leckeren Dingen reiches Mauseleben haben wird, während ich die Reste esse.

Gerne hätte ich erfahren, wo sie herkam, ob sie jemandem entlaufen oder vielleicht sogar aus einem Versuchslabor entkommen war. Aber das werde ich wohl nie erfahren. Und wer jetzt meint, man müsse so eine Maus unbedingt beim Tierheim abgeben, dem sei gesagt: Tante Sonia liebt die Freiheit und verabscheut Käfig- und Terrarienhaltung – nicht nur bei Löwen sondern auch bei Mäusen! Und DAS wäre wahrscheinlich das Schicksal dieser weißen Maus geworden. So kann sie zumindest ihres eigenen Glückes Schmied werden und wer weiß, vielleicht findet sie ja von da, wo ich sie abgesetzt habe, den Weg zum nahegelegenen Tierpark, wo es nur so von Mäusen und Futterangeboten wimmelt. Mäuseschlaraffenland sozusagen:-)

Die Moral von der Geschichte ist jedenfalls wieder einmal, dass man Mäuse am Besten mit HARIBO und Nutella fängt:-) Und, dass es ein tolles Gefühl ist, morgens um halb 8 einem Wesen die Freiheit zu schenken, das ansonsten vielleicht in irgendeinem Kinderzimmer in einem miefigen Kasten in einem Rad seine Runden hätte drehen müssen, ohne je erfahren zu dürfen, wie es ist, sich auf eigene Faust durchzuschlagen mit seinen Instinkten. Ich denke ja, Mäuse, die zu mir kommen, wissen schon warum…:-)

(Wenn ihr mich fragt, war es eine Labormaus, die sich verpisst hat…kam mir so der Gedanke, weil ich bei einer Pharmafirma vorbei lief auf dem Weg ins Grüne…who knows…)

Anyway, viel Glück, kleine Maus. Gute Reise!

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2 Antworten to “4 Pfoten für ein Halleluja: Mäuse fangen mit Haribo”

  1. Cedric Instenberg Says:

    So richtige Mäusefallen sind schrecklich.. Lebendfallen sind da schon besser.

  2. Ursula Hellmann Says:

    Erst jetzt las ich die nette Geschichte von der weißen Maus, die auf Nutella steht. Dazu kann ich nur sagen: Da ist sie nicht die einzige nächtliche Besucherin, die auf so was abfährt. Vor einigen Wochen überraschte ich einen Igel, der sich an den Resten in unseren „leer“-gegesenen Nutellagläsern verlustierte und sich bei seinem Schlecken und hin-und-her-kegeln der Gläser auch von mir nicht abschrecken ließ. Er lief solange hinter den halbrunden Behältern her und kugelte sie auf dem Gartenweg herum, bis seine kurze Schnauze nicht mehr in den Glashals passte. Dann nahm er sich sogar das nächste vor, dass ich ihm -äußerst leise- vor die Nase gelegt hatte. Erst nachdem ich ihn aufgehoben und ans andere Ende vom Garten getragen hatte, trollte er sich -wahrscheinlich stocksauer- davon. Da das Ganze so ca. um Mitternacht passierte, hatte ich bisher keine Gelegenheit mehr, auf eine Wiederholung zu hoffen, da ich zu der Zeit meistens bereits im Traumland bin. Dieses niedliche Erlebnis in einer warmen Sommernacht war aber durchaus real und unvergeßlich.

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