Tanzverbot? Ich glaub es hackt@2011!

Es gibt auch heute noch ein paar Muggel-Gesetze, die meines Erachtens abgeschafft gehören. Denn: Deine Freiheit endet da, wo meine Freiheit beginnt, oder wie war das noch gleich…?

Im vergangenen Jahr hatten wir mit einigen Freunden am Grün-Donnerstag, dem Tag vor Karfreitag, abends gemeinsam den Abend verbracht. Es war ein sehr schöner Abend und gegen ca. 2Uhr nachts beschlossen wir, noch tanzen zu gehen, weil die Stimmung grad so gut war.

Wir fuhren also in die City und gingen in einen der Clubs, die geöffnet waren. An ein Feiertags-Gesetz dachte dabei keiner und darum waren wir um so überraschter, als uns der Geschäftsführer des Clubs höchst persönlich am Eingang sagte, dass er uns heute Nacht nur reinlassen würde, wenn wir ihm hoch und heilig versprechen, dass wir auf keinen Fall tanzen würden.

Ich fragte nach, weil ich dachte, dass er uns veräppeln will. Aber nein, das Ordnungsamt war eine Stunde vorher da gewesen und man hatte ihm eine saftige Geldstrafe angedroht, sollte in dieser Nacht jemand im Club tanzen.

Das Groteske an der ganze Situation war, dass der DJ sehr geile Musi auflegte, der Laden voll war, ..aber eben keiner tanzte. The floor was empty und alle standen bloß rum.

Ich kam da einfach nicht drüber: da legt der DJ geile Musi auf und ich bin da und darf nicht tanzen! Näh! Das geht ja mal gar nicht und ich war völlig von den Socken, weil ich von diesem Tanzverbot an öffentlichen Orten in meinem ganzen Leben noch nie was gehört und gesehen hatte.

Nun setzte ich mich also auf einen Barhocker, bei dem man die Füße so unten aufstellen kann und schüttel noch so meinen Kopf, als mir plötzlich eine Frage durch den Sinn schießt: wie lautet eigentlich die gesetzliche Definition für „Tanzen“? Ich saß ja, und fragte mich, ob es schon „tanzen“ sein könnte, wenn ich rumgroove zur Musik? Oder ob vielleicht die Füße den Boden berühren müssten, damit man von Tanzen sprechen kann.

Wie auch immer habe ich dann, weil grad kein Rechtsanwalt greifbar war um 3Uhr in der Karfreitagsfrühe, beschlossen, dass nach meiner Interpretation zum Tanzen die Füsse auf der Erde sein müssen und dass wir daher auf unseren Barhockern hemmunglos die Hüften und Köpfe schwingen lassen können. Und das haben wir dann auch bis um 5 Uhr morgens gemacht und uns herrlich über den neuen Tanzstil im Sitzen gefreut!

Am nächsten Tag – Karfreitag – habe ich dann noch mal eine private Tanz-Demo drangehängt hinter verschlossenen Türen, mit der Hilfe von Curtis Mayfield ging das echt gut und ich habe dabei auch noch meine Kronleuchterperlen aufgehängt.

Lange Rede, kurzer Sinn: wenn mir nach tanzen ist, dann tanz ich. Und wenn ich dafür über die Grenze in die Niederlande fahren müßte, ja dann würd ich auch das tun. So Footloose-mäßig.

Ich finde es nicht zeitgemäß, der gesamten Bevölkerung ein Versammlungs- und Feierverbot aufzuerlegen und im Speziellen finde ich das Tanzverbot an öffentlichen Orten, an denen ein DJ auflegt, total schräg. Dass einige Clubs um Karfreitag und Ostern geöffnet haben und gut besucht sind, zeigt doch, dass da mal neu drüber nachgedacht werden muss.  Die Verkehrsberichte aus dem Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden sprechen auch Bände: an Ostern ist da der Vollstau, weil die Leute scheinbar keine Lust haben auf Befehl zu trauern oder stillzustehen.

Und als guter alter Rebell, der in zahlreichen Inkarnationen mit Sicherheit schon öfter am Kreuz oder auf dem einen oder anderen Scheiterhaufen gelandet ist, habe ich beschlossen, diesen Karfreitag in das Zeichen des Tanzes zu setzen.

Ich hab heute früh schon Sambaschritte geübt, mir Josephine Baker angesehen und werde wahrscheinlich heute noch mehr Gelegenheiten bekommen, meine Verbindung als Seele mit der Erde zu betanzen, in dem ich mit beiden Füßen auf dem Boden rumhüpfe und meinen Hintern schwinge.

Das irdische Leben ist in meinen Augen nicht vom ewigen Leben der Seele getrennt, sondern es ist zu Lebzeiten möglich, sich der eigenen göttlichen Natur der Seele bewusst zu werden und diese zu erLEBEN. Und wenn man mit dem Göttlichen in sich selbst in Kontakt kommt, in dem man tanzt, ja dann ist ein Gesetz wider das Tanzen ein Angriff auf meine Freiheit als Seele im Stoff. Punkt.

Man kann Menschen nicht zwingen, etwas zu fühlen oder nicht zu fühlen, etwas zu glauben oder nicht zu glauben. Und wenn man sie versucht zu zwingen, wird das, was man glaubt, dadurch nicht wahrer, sondern die Begrenztheit des eigenen Glaubens, der sich von intuitivem WISSEN weit unterscheidet, tritt nur noch heftiger zu Tage.

Man kann zwar einem Kollektiv Schranken auferlegen, aber wer auch immer ein Land regiert, muss schon den Kopf aufmachen, wenn es darum geht, was in der Bevölkerung Sache ist. Alles andere beruht auf längst überholten Traditionen, die wie leere Hüllen die Strassen verstopfen, auf denen die Menschen sich selbst erleben, wandern, tanzen und sich begegnen wollen.

In diesem Sinne: let’s dance or contemplate or mourn – in mutual respect.

Ich bin 1970 unter Einsatz meines Lebens mit dem Po zuerst geboren. Ich bin von einem Moslem und einer Christin erzogen worden, die meinten, dass es unanständig ist, seinen Hintern zu bewegen und ich hab es überlebt. Ich hab mit 7 Jahren beschlossen, dass Boney M sexy und Abba und die Beach Boys cool sind, auch wenn meine Eltern meinten, dass „Pop Musik nicht besonders förderlich ist“. Und mit 14 hab ich meine katholische Mutter in alle Tanzfilme geschleppt die es auf der Welt gibt und mich beim Jazz Dance angemeldet.  Ich hab mit 22 meine erste Band promotet und Konzerte organisiert und danach in der Musikbranche gearbeitet und den geilsten Sängern den Rücken massiert, damit sie auf der Bühne nicht vergessen, dass sie toll sind. Da wird mir doch mit 40 keiner verbieten tänzerisch meinem Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen. Auch nicht am Karfreitag!

P.S. den Bibeltreuen unter meinen Lesern kann ich Matthäus 23 empfehlen. Für alle, die meinen, Gott hätte es nötig, ein Gesetz in einem Buch festzuschreiben, damit Menschen lernen, recht zu handeln. Meines Wissens hat übrigens Jesus überhaupt keine Gesetze festgeschrieben, sondern die wahren spirituellen Gesetze des Lebens gelebt, wenn es sein musste auch mit dem Stock. Er hat auch nicht gepredigt, man dürfe an besonderen Tagen nicht tanzen, sondern er hat eher denjenigen, die solche Gesetze in die Welt setzten und damit allen anderen die Freiheit nahmen, ihre Fehler selbst zu machen und ihre Lektionen selbst zu lernen, ordentlich eins über die Mütze gezogen in ihrer Scheinheiligkeit und Dünkelhaftigkeit.

Das ist DER Jesus, den ich persönlich schon immer interessant fand. Befreit mich seine Haltung zum weltlich-religiösen Schmuh doch eher von Dogmen, als dass sie mich einschränkt:-), denn sie legt alle Verantwortung für die Konsequenzen meines Tuns in meine eigene Hand. Das ist Mensch-Sein, dass ist für mich der Sinn von einer Inkarnation überhaupt, das ist freier Wille und so lernt Seele im menschlichen Körper die spirituellen Gesetze kennen. Jesus hat keine Kirche gegründet, sondern einfach nur das gelebt, was er als wahr erkannt hatte, als Mensch.

Und dazu gehörte auch, dass das Leben nicht mit dem Tod oder einem Tanz am Karfreitag endet. Oder was meint ihr, warum er sonst den Weg auf den Berg angetreten hat bzw. in die nächste Disko? Besser demonstrieren, dass man keine Angst vor dem „Danach“ hat, kann man eigentlich nicht, oder? Jetzt müßten nur noch die Nachfolger seiner Jünger das verstehen, was er gelebt hat, und dann wäre die christlich geprägte WELT von heut auf morgen tatsächlich einem Himmel auf Erden nah…

PPS. Ich bin ein Jesus Fan, kein Kirchenanhänger oder Christ. Ich bin auch ein Luther-Fan und ich kann mir in meinem ketzerischen Irrsinn sogar vorstellen, dass sich Jesus als Martin Luther re-inkarniert hat, um das wieder gerade zu biegen, was seine Jünger aus dem gemacht haben, was er ursprünglich meinte….Ja ja, so sind sie manchmal, diese Leute, die am Karfreitag trotz Verbot tanzen:-)

Aber wir haben ja 2011. Und so genieße ich die heutige Freiheit der freien Meinungsäußerung, wo ich vor ein paar Jahrhunderten noch im Kerker hätte auf meine Verbrennung warten müssen, weil ich meine Rede nicht widerrufen, sondern sie sogar bei vollem Bewußtsein im Internet verbreitet habe.

Viele Grüße also von Wolke 7. Hier läuft übrigens grad SOUL-Music. Und ja, ich habe auch einen Sub Woofer. Das rummst so schön im Bauch! Hach, da spür ich meine Seele sich in meinem Körper regen!

Ich bin übrigens die, die immer das Sieb hinhält, wenn Juden, Christen, Moslems und Co. ihre Religion über der Welt ausschütten und meinen, alle müßten über die Glaubensklinge springen, wenn nur genug Leute vorweg gesprungen sind. Und ich sammel emsig das auf, was durch das Sieb fällt: es ist bei allen Religionen dieselbe Message: Love is the key. Warum also so kompliziert?

In diesem Sinne Fröhliche Ostern allerseits!

lyrics sang by the musical-Judas:

Every time I look at you I don’t understand
Why you let the things you did get so out of hand.
You’d have managed better if you’d had it planned.
Why’d you choose such a backward time in such a strange land?
If you’d come today you could have reached a whole nation.
Israel in 4 BC had no mass communication.
Don’t you get me wrong.
I only want to know.

CHOIR

Jesus Christ, Jesus Christ,
Who are you? What have you sacrificed?
Jesus Christ Superstar,
Do you think you’re what they say you are?

VOICE OF JUDAS

Tell me what you think about your friends at the top.
Who’d you think besides yourself’s the pick of the crop?
Buddha, was he where it’s at? Is he where you are?
Could Mohammed move a mountain, or was that just PR?
Did you mean to die like that? Was that a mistake, or
Did you know your messy death would be a record breaker?
Don’t you get me wrong.
I only want to know.

CHOIR

Jesus Christ, Jesus Christ,
Who are you? What have you sacrificed?
Jesus Christ Superstar,
Do you think you’re what they say you are?

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2 Antworten to “Tanzverbot? Ich glaub es hackt@2011!”

  1. Cedric Instenberg Says:

    also ehrlich.. das Bild ist genial😀

  2. Jessy Says:

    Das Tanzen las ich mir nicht nehmen… egal ob es verboten ist oder nicht. In Japan ist ein generelles Tanzverbot für kleine Clubs und nach 24 Uhr ich habe als Ausländerin eine Petition in Japan unterschrieben. Und hier in Deutschland ist das Tanzen für mich ein Grundrecht und das lass ich mir nicht nehmen. Cool deine Einstellung!

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