Was für eine Tafel!!! So groß wie Japan!

Ich war tagelang recht sprachlos angesichts der Katastrophe in Japan. Auch, weil ich leider nicht so ganz mitgehen kann: von der totalen Ignoranz vieler (auch in Japan!) hinsichtlich der Risiken und Nebenwirkungen von Atomenergie hin zum krassen Gegenteil: Angst, Panik und ein „Och Härm, die armen Leute in Japan!“.

Klar hab ich Mitgefühl mit den Einzelschicksalen. Das habe ich aber auch hier, wenn ich mitbekomme, dass jemand alles verliert, seine Bank alle Konten sperrt, er ein Burnout hat, dass die Frau weggelaufen und er in die Psychiatrie muss. Oder wenn ich daran denke, dass Millionen Menschen versuchen, ihr Sozialleben nicht komplett den Bach runterzujagen, weil ihnen nur rund 350Euro im Monat zur Verfügung stehen. Ich hab es auch gegenüber meinen Nachbarn, wenn die Kinder grad durchdrehen oder sie krank sind. Ich habe Mitgefühl, wenn mein Nachbar seinen Hund bestraft, weil dieser auf den Hof gekackt hat. Und ich hab auch Mitgefühl mit jemandem, der bei einem Unfall eine so schwere Verletzung erleidet, dass er nie wieder das tun kann, was er am meisten liebt.

Mitgefühl, bitte genau…JETZT!

Muss man dafür erst eine schwarze Flutwelle sehen? Muss man dafür erst einen Reaktor explodieren sehen, selbst betroffen sein, weil der Wind sich dreht, betroffen, weil der Fisch im Pazifik demnächst dann eben nicht mehr genießbar ist?

Muss das speziell JETZT sein, in dieser Form? Alle zünden virtuelle Kerzen an, och Härm, vielleicht kann man damit ja den Atom-Gott becircen, dass er uns verschont hier in Deutschland. Mannomann, was für eine Massenprojektion! Menschen.
Kerzen hätten längst brennen können, könnten immer brennen im Herzen und im Verstand. Und dies könnte IMMER manifest sein, nicht erst nach der großen Welle! Aber, war ja nicht „mein“ Problem????

Scuzi. Das turnt mich völlig ab in diesem Zusammenhang. Bin selbst ein Profi mit den Scheuklappen, vielleicht ist der Mensch so, dass er nur so durch’s Leben kommt, wenn er alles andere ausblendet manchmal. Aber ich finde momentan nix Produktives im lediglichen „Gute Wünsche“ senden und virtuelle Kerzen anzünden und dann wieder Kopf in den Sand stecken. Seekabel, ja?

Mal am Rande bemerkt: DAS ist momentan mein physisches „Zuhause“:

Japan: was wir nach Tschernobyl noch zu lernen haben

Gute Wünsche für den Rest der Welt setzt ich einfach mal voraus, immer. Auch vorher. Auch hier. Jedoch finde ich, dass das so episch ist, was da passiert, dass ich die Message einfach nicht übersehen kann, denn: sie geht mit ihren Bildern direkt an meinem Verstand vorbei, schleicht sich rein in mein Herz und weckt mich sehr früh auf, wenn das Licht noch besonders klare Konturen hervorbringt, nach der dunklen Nacht in meinem menschlichen Bewusstsein…

Ich hab von 15 bis 21 keine Champignons und keine Nüsse essen dürfen, auch so einige andere Sachen nicht, weil meine Mutter zu Tschernobylzeiten schon soweit war, zu wissen, welche Nahrungsmittel besonders betroffen sind – 25 Jahre danach werden in Bayerischen Champignons (und dem sie verzehrenden Wild) noch erhöhte Werte gemessen, weil damals alles hierher rüberflog und mit dem Regen in den Boden ging.  Was braucht der Mensch denn sonste noch, um die Scheuklappen mal abzulegen und ein Bißchen weiterzublicken als bis zu seinem persönlichen Interessen-Tellerrand?

Ja, es sieht ganz danach aus: Japan…

Erkenntnis 1: Wir sitzen alle im „selben (Welt)Boot“.

Erkenntnis 2: weiter blicken

Man ist selbst verantwortlich – für Weltbild und Lebensumstände

Die Panik, Angst, Projektionen perlen an mir ab momentan. Dafür dringt um so tiefer die Bedeutung der Ereignisse ein mein Bewusstsein. Und es perlt deshalb an mir ab, weil ich nicht davon ausgehe, dass mit dem Tod Schluss ist. Eher, dass Seele nur hier ist, um in der jeweiligen „Schulklasse“ zu lernen. Ob dieses „Schuljahr“ zu Ende ist, wenn man einen Unfall hat, Krebs oder weil man vom Blitz getroffen wird, ist erstmal Wurscht in meinem Frame of Reference.

Und momentan bin ich sehr dankbar, dass ich mit diesem Weltbild lebe, denn ich fühle mit den Menschen in Japan, kann aber ohne mir einen Geigerzähler oder 130 mg Jod zu kaufen am Weltgeschehen teilnehmen, OHNE dabei meinen gesunden Menschenverstand zu verlieren.

Alles ist mit allem verbunden

Es geht uns alle an, wenn in China ein Sack Reis umfällt.

Und auch, wenn in Tunesien die Revolution tobt mit einem Ausgang, der noch zu wünschen übrig läßt. Weil nämlich alles miteinander verbunden ist. Nicht nur energetisch, sondern spürbar und sichtbar, wenn man die Flüchtlinge in den Nachrichten sieht, die aus ihrem Land fliehen, und spätestens dann, wenn bei uns Radioaktiv-Messwerte veröffentlicht werden, die zeigen, was ankommt in Deutschland und wenn es keinen Pazifik-Fisch mehr gibt, weil dieser die in Deutschland erlaubten radiokativen „Grenzwerte“ überschreitet.

Erste Konsequenzen aus den Ereignissen in Japan – Message wirklich angekommen?

Die Bundesregierung hat uns vor ein paar Monaten verklickert, man könne nicht einfach aus der Kernkraft aussteigen. Innerhalb von 72 Stunden oder so geht es nun doch. Wie verarscht fühle ich mich?

Und ich sehe keine einzige Deutsche Partei, die NICHT mitmachen würde, bei der großen Verarschung. Auch die Grünen haben am Gesetz pro Quescksilberhaltiger Energiesparbirne mitgewirkt, es sei „das kleinere Übel“? Ist es das? Ich denke nicht, wenn ich mir die Auswirkungen von eingeatmetem Quescksilber auf das Gehirn ansehe….

Wen soll ich noch gleich wählen beim nächsten Mal….? Momentan kommt mir Politik wie eine ganz furchtbar schleimige, stinkige Energie vor.

Die Psyche heilen lassen – dem Körper zuliebe
Ich sehe grad paralell den Stand der Dinge in Fukushima auf Aljazeera Englisch und ich find’s so krass, dass ich mich kaum auf die „physischen“ Ereignisse beziehen kann. Eher auf die, die es in unserer aller Bewußtsein derzeit gibt.

Viele Menschen haben sich einen feuchten Dreck um die Risiken und Nebenwirkungen der Atomkraft geschert. Sowohl in Japan als auch bei uns.

Diese schlimmen Ereignisse gerade sind ein MEGALAUTER Weckruf, noch einer. Denn Tschernobyl scheint nicht genug gewesen zu sein.

Es mag sehr abgefuckt klingen, aber ich sehe bei allem Mitgefühl für die Einzelschicksale völlig klar, dass schwarz-weiß Denken (also: Kopf im Sand/nicht mein Problem vs. Oh je, sie/ich habe/n alles verloren) es hier nicht tut, wenn die Welt sich weiterentwickeln soll.

Wenn jetzt Leute auf der Japan-Panik-Welle surfen, um das Seekabel per Petition zu pushen, ohne genauere Informationen zu geben (haben?), welche Auswirkungen die elektromagnetische Strahlung des Kabels auf die Meeresbiologie hat (gestern so gesehen bei Facebook), dann kann ich nur mein Bedürfnis äußern, mich mal 24h völlig von der Welt zurückzuziehen… Bei Truman Capote erfuhr ich, das Breakfast at Tiffany’s bei Weltschmerz sehr heilsam sein soll…

Ich würd nämlich gerne klar bleiben und erkennen können, was mein positiver Beitrag zur Weltentwicklung ist und mich nicht überschwemmen lassen von „world-emotions“ und ich möchte auch nicht vom Regen in die Traufe wandern…mit Energiesparlampen oder Seekabeln. Nicht ständig wieder. I am so sad…

Ich bin als Seele in Ägypten, wenn es abgeht für die Freiheit, auch bei den Straßenschlachten. Ich bin dabei in den Flüchtlingscontainern in Italien, ich bin die, die dort durch den Zaun in die Freiheit blickt, die ich nur in mir selbst finden kann. Und ich bin die, die zwischen den Trümmer in Japan umherwandert, hoffend, meine Tochter zu finden, die mir die Welle entrissen hat. Ich bin die, die nicht mehr über das Erlebte hinwegkommen wird in diesem Leben. Und ich bin auch die, die das Bigger Picture sehen kann. Noch nicht ganz, aber mehr, als vor 14 Tagen. Ich bin die, die gerade erkennt, dass wir verantwortlich sind für unsere Lebensumstände und die Langzeitauswirkungen unserer Gedanken, Einstellungen und Handlungen.

Aber mein menschliches Bewußtsein ist so begrenzt, darum tut es wahrscheinlich so weh zu sehen, wie meine Schule abgefackelt.

Ich bin betroffen. Weil ich Seele bin, die auf der Erde lebt und was zu lernen hat. Jetzt.

Ja, ich will!

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