Weihnachtliche Spendenaktion Frauenhaus: Doing It My Way

Ein Erfahrungsbericht

Normalerweise habe ich ja eher eine Allergie gegen soziales Engagement, vor allem wegen der administrativen Strukturen, die in vielen Vereinen vorherrschen und der Gefahr, ins Helfersyndrom zu verfallen. Da kriege ich Pocken von.

Nachdem ich bzgl. der „Bloggermädchen des Jahres“-Wahl bei www.maedchenmannschft.net von der Aktion „Wunschzettel der Frauenhäuser“ erfahren hatte, stand bei mir plötzlich „Action“ in fettem Grün auf der Ampel. Da folge ich natürlich meinem Herzen, auch wenn mein Kopf erstmal rumzickte. Meistens gibt es dann nämlich was zu lernen.

Und: wie so oft im Leben, kommt es anders, als man denkt:-)

Mitmachen – Selbermachen

Bei der besagten privaten Initiative handelt es sich um eine Webseite, in der Frauenhäuser nach PLZ-Gebieten Wunschzettel von in der Einrichtung untergebrachten Frauen und Kinder einstellen können. Spender können dann diese Wünsche erfüllen.

Eigentlich hatte ich das Frauenhaus Aachen nur auf die Initiative aufmerksam machen wollen. Dann wurde mir dort jedoch gesagt, dass um Weihnachten herum Frauen, die heute noch da sind, vielleicht schon wieder ausgezogen sind und neue Frauen eingezogen sein werden. Erfahrungswert. Also: Aachen stellt keinen Wunschzettel ins Netz.

So habe ich mich beim Trägerverein, dem Sozialdienst katholischer Frauen, nach dem generellen Bedarf der Frauenhaus-Einrichtung erkundigt und auch durchblicken lassen, dass ich gern auch persönlich einige Geschenkideen einbringen will, ganz konkret für DIEJENIGEN, die an Weihnachten im Frauenhaus Aachen sein werden.

Der Trägerverein hat zwar am liebsten Spenden, die dann vom Personal verteilt werden, nach Bedarf und nicht nur Weihnachten, Spenden, die dann dem ganzen Verein zu Gute kommen, aber ich habe es mir als Mensch nicht nehmen lassen, ein spezielles Frauenhauspaket zu schnüren. Immerhin wollte ich ja die Anrufe bei potentiellen Spendern machen und das flutscht einfach besser, wenn mein Herz auch dabei ist. Und das schlägt für Menschen und weniger für Vereine:-)


Getting in the flow

Da ich mir bewußt bin, dass ich persönlich involviert bin, mache ich keinen Hehl daraus, dass ich auf meinen eigenen Erfahrungsschatz zurückgreife, was Notlagen angeht und das, was mir in solchen immer sehr gut tut.

Mir kamen spontan einige starke Frauenbücher in den Sinn und sowas wie ein schöner Badezusatz als Weihnachtsgeeschenk für die Frauen. Und Spielzeug oder Malblöcke etc. für die Kinder.

Das Resultat meiner ersten Anfragen: Ein Verlag sagte mir binnen eines Tages 5 Exemplare des Buches „Machiavelli für Frauen“  zu, sowie von sich aus noch ein Paket mit Kinderbüchern für Weihnachten, für die Frauen und Kids im Frauenhaus an Weihnachten 2010.

Update: Am 11.12.2010 kam das erste Paket mit den Frauenbüchern von den Fischerverlagen an!

Desweiteren haben schon Babor, das Spielwarengeschäft Intertoys in Aachen und der Heyne Verlag  Weihnachtsspenden zugesagt, es wird also neben Kosmetik auch einige Spielsachen und Bücher geben!

Großen Dank an alle Spender!

Mit einem großen Büroartikel-Vertrieb hier aus der Gegend bin ich hinsichtlich Malblöcken für die Kids im Gespräch und eine Drogeriemarkt-Filiale in Aachen habe ich auch noch hinsichtlich Kosmetik etc. angesprochen.

Soviel zu den „Von Herzen Sonia“-Geschenken:-)


Was den kontinuierlichen Bedarf an Handtüchern, Kleiderspenden, Haushaltswaren etc. betrifft, habe ich  den Kontakt zu einem großen Kaufhaus hergestellt, dass mehrmals im Jahr neue Ware aus allen möglichen Sortimenten ausmustert und an soziale Einrichtungen spenden kann und dies auch tut. Hier werde ich den Kontakt halten und man sagte mir zu, auch das Frauenhaus in 2011 zu bedenken, wenn wieder Überschuss abgegeben wird.

Wir leben in einer Überflussgesellschaft und ich finde, es macht absolut Sinn, die Dinge nicht einfach zu vernichten sondern an diejenigen Menschen weiterzugeben, denen sie fehlen.


Meine persönliche Erfahrung in dieser Sache

Es gibt mehr Menschen, die gerne etwas Spenden wollen, als man denkt. Man muss ihnen anscheinend nur auf den Schirm geben, wo etwas gebraucht wird und ihnen die Freiheit lassen ja oder nein zusagen und auch, was sie spenden wollen. Und ich denke nicht, dass es immer die ganz großen Spenden sind, die zählen.

Ich habe außerdem festgestellt, dass es gar nicht so schwierig oder kompliziert ist, sich für eine Sache einzusetzen. In meinem Fall eben mit meinen Fähigkeiten, Kontakte herzustellen. Jeder hat etwas, was er einbringen kann, ob das als Ehrenamtler ist oder bei einer spontan organisierten Spendenaktion, wie dieser hier.


Organisatorisches

Der Reihenfolge nach lief die Aktion bei mir in etwa so ab:

-Impuls, etwas zu bewegen durch einen Blogbeitrag

-Bedarf abklären, was wird gebraucht, was ist erwünscht beim Frauenhaus

-Buchhalterische Seite abklären mit der Einrichtung / dem Spender bzgl. Spendenquittungsausstellung im Falle von Spenden und Sachspenden

-Kreativ sein, Firmen/potentielle Soender ansprechen und für die Aktion begeistern

-Ggf. Kontakt zwischen Spender und Empfänger-Einrichtung herstellen, damit auch längerfristig kooperiert werden kann hinsichtlich Spenden

Mein Fazit

Ich glaube, dass jeder etwas für andere Menschen tun kann, was über den alltäglichen Kontakt hinausgeht. Daher würde ich jeden, der Lust hat sich einzubringen, dazu ermutigen, sich eine Sache auszusuchen, für die sein Herz schlägt und sich dann einfach auf den Weg zu machen.

Ob das dann ein Hochintelligenz-Verein oder eine soziale Einrichtung ist, ist egal, finde ich. Hauptsache man hört sein Herz dafür schlagen. Ich denke, dann kann man am meisten erreichen.

Persönlich hat die Aktion meinen Horizont erweitert und ich werde sicherlich auch nächstes Jahr dem Frauenhaus Aachen meine Dienste als Kontakterin zur Verfügung stellen, wenn dies erwünscht ist. Hinsichtich einer Kleiderspende für den Verein habe ich schon meinen Freundeskreis gebrieft und wir sammeln jetzt bereits guterhaltene Kinder- und Damensachen. Ich allein habe schon eine ganze Menger schöner Sachen, die ich diesmal eben nicht in den Second Hand Shop bringe, sondern zum Frauenhaus.

Zufällig hat mich eine Freundin letzte Woche auch mit zu einem Bücherflohmarkt der Stadt Bibliothek genommen. Man kann dort jede Menge auch sehr aktuelle Bücher z.T. nach cm kaufen und soweit ich hörte, hat die Bibliothek auch ein offenes Ohr hinsichtlich Bücherspenden an soziale Einrichtungen.

Und es gibt bestimmt noch mehr Möglichkeiten, Kontakte zwischen Stellen, die etwas zu spenden haben und Einrichtungen, die man unterstützen will, herzustellen.

Was mir besonders gut gefallen hat an der derzeitigen Erfahrung:  so viele Menschen mit einbeziehen zu können. Das ist einfach toll!

Ich wünsche allen noch eine schöne Vorweihnachtszeit!

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