Loslassen oder: Das Gesetz der umgekehrten Bemühung

Dieses Essay ist allen gewidmet, die sich an kurzen Supermarktkassen die Beine in den Bauch stehen und denen, die auf die harte Tour versuchen, mir was zu verkaufen……..

Supermarktkassenschlangenkatastrophen

Wer kennt das nicht: man hat es eilig und will noch schnell eine Tüte Milch im Supermarkt einkaufen. 5 Kassen sind geöffnet und man stellt sich an der mit der kürzesten Warteschlange an.

Dann ist plötzlich 3 Leute vor einem die Kassenrolle zuende. Man wartet und denkt schon: Schiet, war ja klar. Die Kassenrolle wird gewechselt, aber die Kassiererin vertippt sich gleich beim ersten Artikel des nächsten Kunden und muss den Geschäftsführer für ein Storno rufen.  Eine gefühlte Ewigkeit später geht es weiter und schließlich verläßt man mit erhöhtem Stresshormonpegel das Geschäft.

Vielleicht wird sich der eine oder andere schon während er noch an der Kasse wartet und die Verzögerungen erträgt, fragen, warum das AUSGERECHNET jetzt und AUSGERECHNET ihm passieren muss. Ich jedenfalls habe mich lange Zeit oft grün und blau geärgert und von universeller Strafe bis hin zu der Theorie, dass es sich um eine wichtige Geduldsprobe für mich handeln könnte (ich war nämlich früher sehr ungeduldig…manchmal heute noch), alle möglichen Erklärungen von meinem Verstand angeboten bekommen.

All den Erklärungen gemeinsam war immer, dass ich die Situationen als SPEZIELL auf MICH gerichtet deutete. Keine Ahnung, wieso der Mensch oft als erstes sich selbst als Opfer der Umstände sieht. Ob es nun an unserer Kultur liegt oder daran, wie wir aufgewachsen oder disponiert sind: ich wurde mir bewußt, dass es eigentlich nicht sein kann, dass Kassenrollen zuende gehen, um MICH zu bestrafen und auch nicht, dass Busse sich EXTRA verspäten, um MICH zu ärgern.

Mein Selbstversuch

Das brachte mich vor einigen Jahren darauf, mal nach anderen möglichen Ursachen für solche Situationen zu suchen, in denen ich NICHT bekomme, was ich UNBEDINGT will. Mir schwante – aufgrund der Konsequenz, mit der in eiligen Situationen Verzögerungen meine Wege kreuzten, dass ich evtl. doch was damit zu tun haben könnte, aber eben nicht so, wie ich zunächst opfermäßig dachte. Mir kam die Idee, dass es sich um eine Gesetzmäßigkeit handeln könnte – eben WEIL Verzögerungen so OFT auftraten, wenn ich UNBEDINGT schnell ans Ziel wollte.

Ich hatte also aufgrund vieler Erfahrungen mit solchen „Verzögerungen“ eine erste Theorie über diese Gesetzmäßigkeit.

Meine Theorie:

Immer, wenn Du unbedingt schnell durch die Kasse willst und alles rational richtig machst (kurze Schlange) – gibt es Verzögerungen.

Als ich es erstmal so betrachtet hatte, kam mir die Idee, mal auszuprobieren, was denn passiert, wenn ich mich NICHT bemühe, schnell durch die Kasse zu kommen in Momenten, wo ich es eigentlich eilig habe.

Mein Experiment war ganz einfach und jeder kann es selber für sich ausprobieren, um ein tieferes Verständnis der Gesetzmäßigkeit@work zu bekommen.

Versuchsablauf:

Wenn ich es eilig hatte im Supermarkt, stellte ich mich nicht an die kürzeste Schlange, sondern an irgendeine längere, wenn nicht sogar die Längste.

what

Ergebnis:

Ich war entspannter während des Wartens und alles verlief – ich würde sagen in 99% aller Fälle – in ganz normalem Kassentempo.

Mein Fazit:

Es gibt dieses „Gesetz der umgekehrten Bemühung“, deren Dreh- und Angelpunkt meine Haltung zu einer Situation und ihrem Ausgang zu sein scheint.

Und auch, wenn es doch mal eine Verzögerung à la Kassenrolle zuende gab, war ich lockerer, weil ich mich ja ganz bewußt an eine längere Schlange gestellt hatte. Sprich: ich hatte die Möglichkeit einer Verzögerung ganz bewußt einkalkuliert und nicht verkrampft versucht, diese Möglichkeit auszuschließen. Meine innere Reaktion BEI Verzögerungen war daher völlig entspannt – keine Stresshormone:-).

Es macht Sinn, sich locker zu machen, weil...

…je mehr mir ein Ergebnis Wurscht ist, desto besser flutscht es!

Letzteres -dass es einem Wurscht ist- scheint mir überhaupt DER Schlüssel in solchen Situationen zu sein, in denen man ganz arg etwas will. Und ich möchte betonen, dass dieses „Wurscht sein“ keinesfalls bedeutet, dass ich nun keine bevorzugten Ziele mehr habe in meinem Leben. Ich habe eher all die von meinen Zielen abweichenden Möglichkeiten, wie sich eine Situation entwickeln könnte, von meiner „Feindesliste“ gestrichen und sie auf die „Wer weiß wofür es gut ist?“-Liste eingetragen.

WOW! DAS setzte plötzlich Energie frei, die vorher in ganz viel Angst, etwas könnte nicht klappen, gebunden war. Mit einem Mal war es duchaus ein angenehmer Gedanke, länger zu warten, weil ich vielleicht dadurch genau 4 Minuten später vor dem Supermarkt einen Bekannten traf, den ich lange nicht gesehen hatte oder einer Omi mit Gehhilfe die Tür aufhalten konnte beim Rausgehen, die total süß lächelte und damit mein Herz öffnete.

Die Möglichkeiten, wie sich Situationen entwickeln können, wenn man sich nicht auf nur EINEN einzigen Ausgang ausrichtet, sind schier unendlich!

Und damit ist das „Gesetz der umgekehrten Bemühung“ ein in meinen Augen wundervolles Gesetz, welches uns dabei helfen kann, entspannter durch’s Leben zu gehen und noch viel tollere Dinge zu erleben, als unser Verstand in der Lage ist, sich auszumalen! Es ist sozusagen ein Lehrer in Loslassen, dieses Gesetz.

Sei es nun ein bestimmter Auftrag im Geschäftsleben, ein Date mit einer bestimmten Person (kennt jeder: es laufen uns oft die nach, bei denen es uns egal ist!), die Wohnung, die wir unbedingt bekommen wollen, whatever it may be, was auch immer wir uns wünschen: alle Situationen, in denen man nur EIN bestimmtes Ergebnis im Sinn hat und alle anderen Ergebnisse als „schlecht“ oder „Scheitern“ verurteilt, eignen sich hervorragend für einen Selbstversuch, wie meinen an den Supermarktkassen dieser Republik, um ein tieferes Verständnis für die eigene Haltung und das „Gesetz der umgekehrten Bemühung“ zu entwickeln und damit auch für die unendlichen Möglichkeiten des Lebens.

Und vielleicht öffnet es ja sogar das Bewußtsein mancher für das Göttliche:-)

“There is a Law of Reversed Effort. The harder we try with the conscious will to do something, the less we shall succeed. Proficiency and the results of proficiency come only to those who have learned the paradoxical art of doing and not doing, or combining relaxation with activity, of letting go as a person in order that the immanent and transcendent Unknown Quantity may take hold. We cannot make ourselves understand; the most we can do is to foster a state of mind, in which understanding may come to us.”

– Aldous Huxley

Weisheit durch eigene Erfahrung

Ich persönlich fand es sehr wichtig, zunächst die Erfahrung zu machen, was passiert, wenn ich nur „das EINE“ will und was passiert, wenn ich sage „das EINE wäre toll, aber wenn es nicht so kommt, dann wird mich das auch nicht unglücklich machen“.

Der Selbstversuch an den Supermarktkassen z.B. setzt voraus, dass man sich kompletto davon verabschiedet, am schnellsten durch die Kassenzone zu kommen. Logisch, wenn man sich an der längsten Kassenschlange anstellt, rebelliert natürlich der Verstand. Aber der ist in meinem Fall auch nicht mehr dazu da, mir zu sagen, an welche Kasse ich mich stellen soll (das hat so oft NICHT funktioniert, dass ich ihm diese Kompetenz heute weitestgehend abspreche).

Es ist die eigene Erfahrung, die uns weiser werden läßt. Kein Buch und kein Lehrer dieser Welt können uns das lehren, was uns unsere Lebenserfahrung lehrt.

Loslassen: ein abgedroschener Begriff?

Losgelöstheit entspannt ungemein, man wird viel wacher für neue Möglichkeiten und intuitiver, was die Wege zum Ziel betrifft, weil man ja keine Angst mehr davor hat, sein Ziel NICHT zu erreichen. Man geht entspannter auf seine Ziele zu, wenn man losgelassen hat. Die Ziele sind einem nicht egal – aber man weiß, man kann auch happy überleben, wenn man sie nicht erreicht, sozusagen.

–>Loslassen läßt die Angst vorm Scheitern schwinden!

Es gab und gibt viele weise Menschen, die über das Loslassen und über das „Gesetz der umgekehrten Bemühung“ berichten in dieser Welt. Seien es nun Business-Gurus, Verkaufstrainer oder spirituelle Führer.

Viele viele Quellen gibt es in der heutigen Zeit, die uns raten, loszulassen, wenn wir etwas erreichen wollen. Doch für den UNERFAHRENEN ist LOSLASSEN nur eine Idee, ein Konzept, von dem er nicht genau weiß, wie er es im täglichen Leben praktizieren kann.

Jeder kennt sicher die Story vom Versuch, NICHT an blaue Elefanten zu denken….. So ähnlich scheint das mit dem Versuch des Loslassen zu sein. Ich meine ja, man kann das gar nicht VERSUCHEN. Man kann es tun, oder nicht tun. Man läßt los oder hält fest. Versuchen ist eine Kopfsache. Und Loslassen eine Frage der Hingabe, also eher Herz als Kopf.

Menschen, die schon mal einen schweren Verlust erlebt haben oder durch tiefe Lebenskrisen oder Erfahrungen des Scheiterns gegegangen sind, fällt es oft leichter, in den kleineren Alltagsdingen, die andere noch rotieren lassen, locker zu bleiben. Doch ich denke, man muss gar nicht einen ganz großen Verlust erleben, um Loslassen zu lernen.

Man kann Loslassen üben, seinen Verstand dazu „erziehen“, mal die Klappe zu halten, in den kleinen Dingen des Lebens und einfach das zu tun, wozu er da ist: Notizen machen, Muster identifizieren und logische Schlussfolgerungen ziehen. An den Supermarktkassen dieser Welt z.B.:-).

Mein Verstand – mein Werkzeug, nicht mein Boss!

Da ich meine Seele für die höchste Instanz in mir halte, die fähig ist, zu lieben, loszulassen und die universellen Gesetzmäßigkeiten zu achten, musste ich meinem Verstand einen Job geben, der zu ihm passt und der ihn ausfüllt. Einfach, damit er mir nicht ständig mit irgendwelchen Befürchtungen in die Quere kommt.

Als ich beschloss, das Gesetz der umgekehrten Bemühung zu erforschen, konnte ich für diese Momente Hand in Hand mit meinem Verstand in langen Kassenschlangen stehen. Ich, mit offenem Herzen und relaxt. Mein Verstand mit geistigem Notizblock und Stift, um aufzuzeichnen, was da abgeht. Eine tolle Erfahrung und sehr wertvoll, wenn man bedenkt, dass mein Verstand außergewöhnlich zickig und eingebildet ist normalerweise und sehr selten den Assistenten zu spielen bereit ist. An den Supermarktkassen dieser Welt, lernten wir uns besser kennen, schätzen und lieben.

Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team. Nur manchmal da nervt er noch, aber ich kann ihn ja nicht einfach feuern, weil ich ihn brauche, zum Beispiel um von meinen Erfahrungen zu berichten hier. Also übe ich mit ihm, wann immer sich die Gelegenheit dazu bietet.

„Das Gesetz der umgekehrten Bemühung“ im Business

Ich möchte gerne auch noch auf’s Geschäftsleben eingehen, wo es immer wieder darum geht, Ziele zu erkennen oder zu definieren. Ziele, die uns am Herzen liegen. Der an EINEM einzigen Ergebnis verhaftete Verstand kann einem da ganz schön die Tour versauen, das ist meine Erfahrung.

Im Rückblick meines Lebens betrachtet, war ich schon früh in der „glücklichen“ Lage, durch meine Tätigkeit in der Medienarbeit und PR immerzu loslassen lernen zu müssen. Schon als ich mit 21 anfing ging ohne eine relativ losgelöste Haltung gar nix. Das habe ich immer wieder schmerzlich erfahren dürfen, wenn ich zu pushy war.

1997 nannten mich meine Kollegen bei der Plattenfirma für die ich arbeitete „Pittbull“ …soviel zu der Wegstrecke, die ich hinter mir habe. Heute beiße ich mich nicht mehr fest, sondern bin ausgewogen hartnäckig. Das ist ein riesiger Unterschied und meine Ergebnisse sind Zeugnis dieser Lehrjahre.

Man stelle sich vor, 300-400 Medienkontakte müssen bemustert werden und bei jedem wünscht man sich, dass sie ein Produkt, einen Künstler oder ein Projekt interessant genug für einen Artikel, Beitrag oder ein Interview finden. Wenn man da jedes einzelne Ziel -300-400 oder mehr- im Kopf behalten, gedanklich intentionell kontrollieren will, dreht man durch. Das tut’s einfach nicht:-).

Eine verhundertfachte Supermarktkassenschlangen-Situation also. In meinen Musikbranchenzeiten in den 90ern hatte ich das fast jede 2. Woche.

Nach einigen Jahren war ich ausgebrannt. Ich hatte damals noch nicht erkannt, was ich heute weiß: das Leben meinte nicht mich persönlich, wenn ein Redakteur ein Album ablehnte oder eine Single nicht auf die Playlist seines Senders nahm. Damals jedoch war jeder Approach, der nicht von Erfolg gekrönt war, mein ganz persönliches Scheitern.

Ich habe einiges an Lehrgeld bezahlt um zu lernen, dass das NICHT so ist. Und dann habe ich immer noch mehrere Jahre gebraucht, bis ich in der Lage war, mich locker und neugierig statt ängstlich in der längsten Schlange anzustellen, ohne Verzögerungen persönlich zu nehmen.

Heute bin ich unsagbar dankbar für all diese Lehrjahre. Ich arbeite nach wie vor im PR Bereich. Bin mit dem Auftrag unterwegs, die Redakteure des Landes für Projekte zu begeistern. Mit dem Unterschied, dass ich heute im Vergleich zu früher recht losgelöst von den Reaktionen der Medienleute unterwegs bin.

Ich freue mich immer so sehr, wenn ich den Funken meiner Begeisterung für ein Projekt weitergeben kann und dieses dann einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wird. Aber während ich an einer Sache arbeite, denke ich niemals, dass ich im Falle einer negativen Reaktion gescheitert bin.

Als alter Hase weiß ich inzwischen ganz gut, was die Medienleute brauchen, um ein Thema in Erwägung zu ziehen, wie die Dinge aufbereitet sein müssen, damit die Redakteure so wenig Arbeit, wie möglich damit haben. Das liefere ich ab. Plus -ganz wichtig- meine Begeisterung natürlich, denn ich arbeite heute nur noch an Projekten, die mich hellauf begeistern.

ALLES andere überlasse ich dem Leben selbst. Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Next.

Es gibt sie, die Pocken-Verkäufer

Es gibt Leute, die mir UNBEDINGT was verkaufen wollen, was angeblich SOOOOO wichtig für mich und mein Leben ist, die aber eigentlich nur sich selbst dienen. Ich begegne ihnen zum Glück sehr selten, aber 3-4mal im Jahr meldet sich so jemand bei mir. Und…läuft gegen meine innere Firewall.

Meistens tut’s mir sogar Leid für den anderen irgendwie, ich denke mir dann immer, hach, wenn du wüßtest. Du hörst dich genauso an, wie ich in meiner Anfangszeit, als ich alles noch als persönlichen Gewinn oder Verlust ansah und mit der berühmte Brechstange meine Ziele zu erreichen versuchte.

Die Brechstangendenke funktioniert aber einfach nicht. Meine Erfahrung.

Da ich eine mittelschwere Allergie gegen Schleimereien habe, die Intentionen verfolgen, die nichts mit mir zu tun haben, bin ich zugegebenermaßen manchmal ziemlich schnell determiniert in meinem NEIN. Aber je nach dem, wo jemand in seiner Entwicklung steht (s. Pittbulltypen -war ich selbst mal), muss man manchmal einfach knallharte Ansagen machen, damit diese Menschen verschwinden. Wahrscheinlich habe ich da noch etwas Pittbullkarma abzuarbeiten – aber ganz so schlimm kann’s nimmer sein, kommt ja nicht so oft vor:-).

Anyway, ich bin allergisch gegen Hardseller und bekomme davon einfach Pocken. Uähh! An dieser Stelle viele liebe Grüße nach da, Woderpfefferwächst🙂

Also, man kann Dinge gut vorbereiten, man kann sie nahezu perfekt an andere herantragen, super persönliche Kontakte aufbauen, letztendlich entscheidend ist aber neben all den Faktoren wie Thema, Timing und Telefonstimme, ob man sich locker machen kann, was das Outcome betrifft. Ob man das Ergebnis loszulassen in der Lage ist – um sich dann um so mehr zu freuen, wenn andere mit einsteigen. Alles andere betrachte ich heute als Energieverschwendung. That’s it.

Und mit meiner heutigen Haltung bin ich quasi eine Botschafterin in Sachen „auch mal in die lange Kassenschlange stellen (sich locker machen also), um zu erleben, dass es da manchmal schneller geht, als in der Kurzen.“

Geschäftspartnerschaften: mit wem steige ich ins Boot?

Und das bringt mich auch gleich zum nächsten Bereich, in dem das Gesetz der umgekehrten Bemühung sich auswirkt und der meines Erachtens viel zu selten thematisiert wird:

Man stelle sich vor, dass man schon einige wichtige Lektionen in Loslassen gelernt hat, fähig ist, sein Bestes zu geben, ohne danach ein Ergebnis forcieren zu müssen.

So. Und nun arbeitet man mit jemandem zusammen, der noch nicht so viele Lektionen in Loslassen gelernt hat. Ohne Wertung – es ist einfach eine Frage der Lebenserfahrung und inneren Ausrichtung und hier ist es ganz gleich, ob man der Auftraggeber, Auftragnehmer oder Partner ist.

Was passiert?

Möglich ist, dass man sein Bestes gegeben hat, dass aber der andere sich aus seinem Bewusstseinszustand an die „kurze Supermarktkasse“ stellt – und man nun auch mit dort ansteht, man ist ja in einem Business-Boot.

Jetzt ist die Frage, wer die wichtigere Lektion zu lernen hat in Sachen Loslassen bzw. in Sachen Zielerreichung…. Wie gesagt, ein Boot. Den Rest kann man sich denken. Es kann passieren, dass man selbst seine Ziele deshalb NICHT erreicht, weil diese an die Ziele eines anderen Menschen gekoppelt sind, der was anderes als Zielerreichung zu lernen hat. Z.B. LOSLASSEN….

Will heißen: prüfe wer sich bindet🙂 Es kann sicher nicht schaden, sich genauer anzusehen, wie jemand, mit dem man Geschäfte macht, zusammengesetzt ist.

Sicherlich kann man sowas nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Ich persönlich jedoch schaue ganz genau hin, wenn die Dinge im Ergebnis nicht ganz rund gelaufen sind.

So lerne ich zumindest im Rückblick und kann oft auch Muster erkennen, die ich z.T. auch von mir selbst aus der Vergangenheit kenne und die mich beim nächsten Mal eher aufhorchen lassen.

Diese anschließende oder Vorabbewertung einer Situation ist natürlich voller Tretminen, da man als Mensch geneigt ist, einen „Schuldigen“ zu suchen, wenn was nicht klappt. Zu erkennen, woran genau etwas gescheitert ist, erfordert ein sehr hohes Maß an Unterscheidungsvermögen und dieses wiederum entwicklet sich meiner Erfahrung nach proportional zum Wunsch, die Wahrheit kennenzulernen. Und diese kann auch durchaus beinhalten, dass man selbst zu verkrampft an einem Ergebnis klebt.

Darauf möge jeder vorbereitet sein, der die Tür zur Wahrheit aufmacht:-) Das bringt einen einfach weiter, als die alte Sündenbock-Kiste, die eher an einen Vogelstrauß erinnert, als an einen Menschen, der mit geradem Rücken seinen Lebensweg geht.

Meiner Erfahrung nach begibt man sich in ein gemeinsames Feld mit seinen Partnern – im Business oder privat. Und je nachdem, wo diese Menschen in ihrer Entwicklung (hinsichtlich des Loslassens oder auch in anderen Bereichen) stehen, landet man eben manchmal mit ihnen in der kurzen – aber langsamsten Supermarktkassenschlange:-).

Das Gesetz der Umgekehrten Bemühung in Beziehungen

In Beziehungen sieht es mit dem Sitzem im selben Boot ähnlich aus, finde ich.

Wenn man sich mit jemandem verheiratet oder eine Beziehung eingeht, der/die einfach „noch nicht ready“ ist für das Traumhaus, warum auch immer – weil er/sie vielleicht noch lernen darf, dass man sehr dankbar für eine schöne 3 Zimmerwohnung sein kann – kann es einem passieren, dass man selbst das Leben in dem tollen Haus vergessen kann, WENN man mit dieser speziellen Person zusammen bleibt.

Ich denke nicht, dass man sowas voraussehen kann. Jedoch habe ich selbst schon die Erfahrung gemacht in meinen Beziehungen und vielfach bei anderen beobachtete, dass man sich auch in Liebesbeziehungen in ein gemeinsames Feld begibt. Wenn man sich richtig bindet, dann hat man einfach auch die Dinge mitzutragen, die beim Partner auf der Tafel stehen.

Es kann natürlich auch eine großartige Erfahrung sein, sich gegenseitig bei den noch anstehenden Lektionen zu helfen, wenn man selbst diese schon mal zwischen hatte. Aber ich gehe davon aus, das oftmals Beziehungen dann enden, wenn einer von beiden bereit für die lockere lange Supermarktkasse ist, der andere aber PARTOUT die kurze wählt –>weil ihm oder ihr einfach noch die Erfahrung fehlt, das Loslassen ein wichtiger Faktor beim Erreichen von Zielen ist.

Leute, was habe ich geweint um Wolfgang! Aber: ICH war noch nicht ready für die Erfahrungen, die ein Leben mit ihm in mein Leben gebracht hätten. Und was hat Lars um mich geweint, als ich ihn verließ. Aber: er hätte niemals meinen Lebensweg nach unserer Beziehung mit mir gehen können. Das wissen wir aber alle erst jetzt, viele viele Jahre danach:-).

Und ich brauche wahrscheinlich die Situationen nicht näher zu erläutern, in denen uns immer genau die Leute toll finden, von denen wir gar nichts wollen. Auch das ist für mich das Gesetz der umgekehrten Bemühung in Aktion….

Bottom Line

Es gibt eine Zeit, für kurze Supermarktkassenschlangen, an denen es lange dauert, und eine Zeit für lange Supermarktkassenschlangen, an denen es schnell geht:-).

Und dann gibt es die Zeiten, in denen es scheißegal ist, wie lange man ansteht. Einfach, weil man wirklich etwas lernen will, oder weil man wirklich mit jemandem zusammen sein will, mit jemandem gemeinsam an einem Projekt arbeiten will, no matter what, mit DIESER PERSON soll es sein.

Das sind die Momente im Leben, in denen sich unsere Seele entschieden hat, auf einen anderen Menschen zu warten – aus Liebe. Oder einen Zahn zuzulegen – aus Liebe. Oder zur Seite zu treten – aus Liebe. Loszulassen – aus Liebe.

Und wer je erfahren hat, wie es ist, wenn sich jemand, der schon bezahlt hatte, zu einem in die kurze -aber langsame- Supermarktkassenschlange gestellt hat, einfach nur, um dort mit einem rumzustehen, der weiß mit Sicherheit ganz genau was ich meine, wenn ich sage:

Wer weiß schon, wozu es gut ist, wenn’s mal länger dauert an der Supermarktkasse…:-) Es könnte aus Liebe sein!

Bücher/Quellen/Gedanken anderer Autoren zum Gesetz der umgekehrten Bemühung:

Joseph Murphy

The Spiritual Laws of Life

Bestellungen beim Universum

Und für alle, die immer die kurze Schlange wählen und sich wundern, wieso es trotzdem so lange dauert, mein TopTipp:

Reklamationen beim Universum – Nachhilfe in Wunscherfüllung

Hier geht’s zu einem weiteren Artikel zum Thema Loslassen

Schlagwörter: , , ,

2 Antworten to “Loslassen oder: Das Gesetz der umgekehrten Bemühung”

  1. Cedric Instenberg Says:

    Na, da haben wir wohl viel gemeinsam – ich bin auch ziemlich ungeduldig.. warum auch immer – Zeit habe ich meistens genug😀 Ich wohne in einem kleinen Dorf, um mal schnell einzukaufen muss ich 10 Minuten mit dem Auto fahren. Wie auch immer.. ist halt nur Samstags relativ voll und mehr als zwei Kassen können gar nicht offen sein – gibt auch nur 2^^

  2. Trick 17 « speaking up! Says:

    […] Hier geht’s zu einem weiteren Beitrag zum Thema Loslassen […]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: