Seele reist

Nach vielen Abschieden von Orten und Ankünften an Orten, vielen Monaten und Jahren am selben Ort und auch aus den Phasen ständigen Unterwegsseins, habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass die „eigentliche“ Erfahrung im Inneren stattfindet.

Dass ich in meinem Leben durch Phasen gehe, in denen ich Neues begrüße oder in denen ich mich von alten Vorstellungen, Verhaltensweisen, Bindungen, Gewohnheiten verabschieden muss, wenn die „Zeit“ reif ist – wenn ich soweit bin, DASS sind für mich die „eigentlichen“ Ankünfte und Abschiede.
Und die Zeiten des Lernens zwischen einem alten Zustand und dem was kommt und dann irgendwann ganz da ist, diese Zeiten sind meine „eigentlichen“ Reisen. Ganz egal, ob ich dabei auf meinem Sofa sitze, vor den Pyramiden stehe oder in Berlin mit der U-Bahn fahre.

Ich habe es so sehen können irgendwann, nachdem ich die ganzen Zustände im physischen mal kennengelernt hatte. Das auf der Reise sein, das Umziehen, dass Ankommen, das Stillstehen. All diese Zustände unterscheiden sich, aber im Inneren lebe ich noch auf einer anderen Spur.

Vielleicht habe ich auf ihr einen ganz anderen Rhythmus und in Zeiten allergrößter äußerer Turbulenzen sitzt meine Seele manchmal an einer Quelle oder auf einem Steg an einem See und läßt die Beine Baumeln🙂. Im Inneren.

Und dann, wenn ich nichts tue, zu Hause sitzend, fast lethargisch, vielleicht auch ängstlich bin, ist meine Seele vielleicht in Aufruhr, im Aufbuch, Mittendrin. Dramatisch ist es! Mitten durch den Sturm, mit einem Floß, 6 Balken, dass ist alles. Und der Regen peitscht Seele ins Gesicht, das Ruder ist längst verloren und es ist kaum Halt auf dem rutschigen Floß.

Ich sitze in der Küche, meine Beine baumelnd und im Inneren ist ein Sturm.

Das Sitzen und der Sturm sind aber nicht alles.

Dazwischen donnert es gewaltig, eine Wand aus Bewußtsein, nicht sehr dicht, aber doch zu dicht, um Sinn durchzulassen. Und so donnert es weiter – so hört es sich an, wie Donner.

Unsere physischen Zustände sind nicht zwangsläufig die Zustände der Seele. Und so ist es einerlei heute.

Seele reist.

SG2010

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