Web Art von Jonathan Harris: Was fühlt die Welt? – Das Internet als Spiegel

Jeder, der im World Wide Web unterwegs ist, hat die Möglichkeit sich auszudrücken. Sei es in einem Blog, einem Social Network wie facebook oder xing, auf seiner eigenen Homepage oder bei Twitter.

Man postet einen netten Comment hier, einen Spruch da, läßt seinen Gefühlen möglicherweise in seinem Blog freien Lauf und webt so die Fäden eines unsichtbaren Netzes aus Gedanken, Intentionen und Gefühlen, welches der Web-Künstler Jonathan Harris in seinen Projekten sichtbar macht.

Harris entwickelte unter anderem ein Programm, welches die Flut von Beiträgen, die täglich im Internet hinterlassen werden, nach Moods scannt. Dies Anhand von Sätzen, die „I feel…“ oder „I am feeling…“ enthalten. Das Projekt nennt sich „We feel fine“ .

Die Grafik ist Trumpf!

Ich finde das wirklich abgefahren. Und sehr künstlerisch! Harris kommt nämlich nicht mit einer Message à la „postet mehr Liebe“ oder so, sondern er bildet die Realität im Web ab. Das gefällt mir. Zugrunde liegen zigtausende von Beiträgen, die in den diversen Blogdiensten täglich erscheinen.

Zu sehen, wie die ausgedrückten Emotionen als kleine schwirrende Pünktchen über die Leinwand tänzeln, sich verdichten, chaotisch hin und her flirren, WOW das ist ein tolles Bild für das, was wir so täglich erspüren, jedoch normalerweise nicht mit den Augen sehen können.

Es gibt verschiedenen Darstellungsformen auf der Webseite von „We feel fine“ zwischen denen man wählen kann. Neben den Pünktchen gibt es auch Barometer, Wellen und noch einige andere.

Hier der TED- Talk von Jonathan Harris, die Präsentation seiner Projekte. Ich kann ihn wärmstens Empfehlen!

Weitere Jonathan Harris-Projekte

Universe hier kann man einen Suchbegriff eingeben, einen Ort, ein Event whatever und nach verschiedenen Themenbreichen sortierte Meldungen aus dem Web anzeigen, die mit dem Gesuchten zusammenhängen. Ich finde es ist ziemlich abgefahren in der Darstellung und befriedigt auf jeden Fall meinen Spieltrieb!

Mir ist die künstlerische Herangehensweise sehr sympatisch. Wenn ich darüber nachdenke, dass beispielsweise unser Surf- und Suchverhalten im Netz sowieso erfasst und ausgewertet wird, dann finde ich Projekte wie „We feel fine“ ganz prima, um sich bewußt zu machen, was emotional und gedanklich so los ist auf der Welt. Mel weg von den üblichen Informationen, mehr in die Tiefe so.

Schöne Mission

Wie die „We feel fine“-Entwickler Harris & Kamvar selbst sagen:

„At its core, We Feel Fine is an artwork authored by everyone. It will grow and change as we grow and change, reflecting what’s on our blogs, what’s in our hearts, what’s in our minds. We hope it makes the world seem a little smaller, and we hope it helps people see beauty in the everyday ups and downs of life.“ (Quelle)

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